1. November 2016

Rotkrautsalat



Mit fortschreitendem Herbst wird die regionale Küche mehr und mehr von Lagergemüse geprägt. Neben Wurzelgemüse und Lauch ist das vor allem Kohl und Kraut. Und hier gibt es neben der Zubereitung als warme Beilage auch die Variante das Kraut dünn gehobelt als Salat anzumachen.

Dem Rotkraut oder Rotkohl werden gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, er enthält geringe Spuren von Anthocyan und mehr von Ascorbin. Deshalb steigt bei schonendem Erhitzen der Gehalt an Vitamin C an, wird aber bei starkem Erhitzen wieder weniger. Auch das Reifen mit Salzzugabe setzt Ascorbin in Vitamin C um. Wichtiger ist aber der natürliche Gehalt an Vitamin C, B6, K, E, sowie Selen, Magnesium und Kalium.

Genau richtig für die Tage nach der Zeitumstellung, wenn der Jetlag das Immunsystem schwächt und ein bisschen Hilfe gegen die Bakterien und Viren nicht schlecht ist. Und damit das voll zum Tragen kommt, ist ein Rohkost-Rezept die beste Zubereitungsart.

Angaben pro Portion:

  • 300-350 g Rotkohl 
  • 1/2 Apfel
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 2 EL Walnuss-Bruch, grob gehackt
  • 1 TL Walnussöl oder Sesamöl
  • 3 EL Olivenöl, nussig oder ein anderes nussiges Öl, das zur Walnuss passt
  • 1 EL Rotweinessig
  • reichlich Salz
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Den Rotkohl ausputzen, Hüllblätter entfernen, Strunk und dicke Rippen ausschneiden, dabei verliert man ein Viertel der oben angegeben Menge und sollte rund 250 g übrig behalten. Die Blätter in dünne Streifen hobeln oder schneiden und in fingerdicken Lagen in eine Schüssel geben, nach jeder Lage leicht salzen. Eine Stunde oder mehr bei Raumtemperatur ziehen lassen. Sich bildender Sud weggießen oder anderweitig verwenden. Sollte sich viel Sud gebildet habe muss nachgesalzt werden.

Wenn das Kraut nicht mehr besonders frisch ist oder schon eine längere Zeit aus fernen Anbaugebieten unterwegs war, dann muss man mehrere Schichten Hüllblätter entfernen. Wenn das Aroma auch schon schlapp ist, kann man mit einer Prise Zucker nachhelfen.

Walnussöl in einer Stielpfanne stark erhitzen, vom Herd nehmen, die Walnüsse zugeben und unter Rühren und Schwenken kurz bräunen. Dann Öl und Nüsse über das Kraut geben.

Die Zwiebel in dünne Streifen schneiden und zum Kraut geben. Das Olivenöl über Kraut und Zwiebeln geben.

Den Apfel in kleine dünne Stücke schneiden, in eine kleine Schüssel geben und mit dem Rotweinessig übergießen, gut umrühren. Dann Essig und Apfel zum Kraut geben. Den Salat noch mit Pfeffer würzen.

Jetzt alles intensiv mischen und eine Stunde ziehen lassen. Danach kurz probieren, üblicherweise muss noch mit Essig und Salz nachgewürzt werden. Kann bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Dazu passen Pilzgerichte, Wild, dunkles Fleisch oder Maronen. 

Unten sieht man es kombiniert mit einem Dry-Age-Rumpsteak von der alten Kuh.

Guten Appetit!


Quellenhinweis:




25. Oktober 2016

CETA - nur ein Freihandelsabkommen?


CETA ist nicht nur ein Abkommen über freien Handel, sondern mehr. Würde man es auf den Freihandelsteil zurechtstutzen, es würde wahrscheinlich rascher durchgewunken werden als man CETA sagen kann.

Investitionsschutz und Schiedsgerichte schaffen ein Sonderrecht und eine Sondergerichtsbarkeit für einen kleinen Kreis von Profiteuren ohne Bindung an geschriebenes Gesetz. Das ist nicht nur der Wiedereinstieg in ständisches Recht, sondern auch die Abkehr von der Rechtsstaatlichkeit. Seit Jahrhunderten gilt im Wirtschaftsverkehr, dass das Recht des Ortes gilt, an dem das Rechtsgeschäft getätigt wird. Europa und Kanada sind keine "Failed States" ohne funktionierende und unabhängige Gerichtsbarkeit, für die es per Vertrag über die Wirtschaftsbeziehungen einer zusätzlichen neutralen Gerichtsbarkeit bedarf. Und die Respektierung und Umsetzung dieses Rechts ist selbstverständlicher Teil der unternehmerischen Risiken und damit umzugehen Bestandteil der unternehmerischen Leistung und Anforderung. Dies Aufzuheben verlagert automatisch die Risiken auf Dritte, auf den Staat und schlussendlich auf die Konsumenten und die Bürgerschaft der EU.

Auch das Ausklammern endgültiger Details aus dem Vertrag, und damit der Verlagerung von Entscheidungen weg von Parlamenten, EU- und UN-Organisationen hin zu bilateralen Kommissionen, ist ein Rückschritt.

Und wenn man ehrlich ist, dann haben auch die Steuerzahler die Zeche für die wegfallenden Zölle zu zahlen. Nicht mehr die Profiteure von Dumpingpreisen durch abweichende Standards und Subventionen haben für diesen Betrag aufzukommen und damit einen Ausgleich für ihren Vorteil zu leisten, sondern alle Steuerzahler. Ebenfalls ein schlechter Tausch.

Wer einen freien Welthandel will, der muss nur die internationalen Standardorganisationen stärken, fehlende Bereiche globaler Standardisierung einer solchen zugänglich machen. Es muss einheitliche bürokratische Regeln geben. Die Abschaffung von Zöllen gehört nicht dazu, sie macht nicht den Handel freier, sondern ungerechter. Die Einführung von Sonderrechten und -gerichten macht nicht den Handel freier, sie verlagert Risiken von den Profitierenden auf die Allgemeinheit. 

Es ist zu hoffen, dass der Widerstand der Wallonen und Brüsseler hier zum Umdenken und zur Aufmerksamkeit auf das Wesentliche führt und das Freihandelsabkommen auf dasjenige zurückführt, das es sein soll, ein Handelsabkommen, kein Sonderrechts- und Abgabenvermeidungsabkommen zugunsten einiger weniger Hunderttausend.

Für einen Handel, der frei innerhalb der Grenzen gültiger Gesetze ist. Für einen Handel, der mehr als einer halben Milliarde Menschen nutzt.


7. Oktober 2016

Gauland und seine "völkische Jugendbewegung"



Manchmal entlarvt sich eine persönliche Verankerung in vorgestrigen Gedankenwelten von selbst.

„Der Begriff "völkisch" ... kommt aus der deutschen Jugendbewegung aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.“ 
Alexander Gauland (AfD - Gründungsmitglied und stv. Bundessprecher)
am 6. Oktober 2016, im ZDF "maybritt illner"

Dass die deutsche Jugendbewegung zu Anfang des 20. Jahrhunderts deutschnational, rassistisch und antisemitisch war, einer der Nährböden des Nationalsozialmus und dass der "Völkische Beobachter" und sein Verleger Sebottendorf Grundlage der Ideologien dieser Jugendbewegung war, all das scheint für Herrn Gauland in seiner Geschichtsvergessenheit keine Rolle zu spielen.

Dass es sich um einen Begriff der damaligen Jugendbewegung handelt, befreit den Begriff nicht von seiner Nazi-Konnotierung, im Gegenteil, es beweist seine Verankerung im anti-demokratischen Denken der Republikverräter. 

Gauland hat die Vorwürfe gegenüber seiner Kollegin Frauke Petry mit einem gewichtigen Argument gestützt.


Linkhinweise: