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Naturvölker ein Vorbild für Angler?


Angler propagieren ihr Tun mit der Ähnlichkeit im Umgang mit der Natur, wie ihn Indianer und andere Naturvölker pfleg(t)en. Sie sehen diese Verbindung als Argument für den Sinn und die Harmlosigkeit des Angelns. 

Das ist aber kein Kriterium das für das Angeln spricht, sondern eher ein Grund es sofort und umfassend zu untersagen. Entgegen dem Vorurteil sind Indianer und Naturvölker eher Umweltverschmutzer und keine Naturpfleger. Selbst die Jagd auf aussterbende Tierarten behalten sie sich vor (Reservatshoheit) oder betreiben sie als Wilderer. Nur weil Lebensweisen ursprünglicher sind, müssen sie nicht umweltschonender oder ethisch vertretbarer sein. Dieses verklärende Denken ist reinste Lagerfeuer- und Sozialromantik und entbehrt jeder objektiven Grundlage.

Und ihrem Ackerbau beschaffen diese Stammeskulturen Flächen durch Brandrodung. Beim Fischfang werden von ihnen Quoten und Mindestgrößen ignoriert. In Wüsten- und Steppengegenden werden die Wasservorkommen nicht nachhaltig bewirtschaftet, sondern in Ausbeutung der natürlichen Ressourcen immer tiefere Brunnen gebohrt. Dadurch werden Wasservorräte, die über Jahrzehntausende entstanden sind, in wenigen Jahren geplündert. Feuerstätten, Herde und Öfen genügen meist nicht selbst den simpelsten Anforderungen an Ruß- und Feinstaub-Grenzwerte.

Zwar haben wir Mitteleuropäer es genauso gemacht, als wir noch ein Naturvolk waren und danach bis weit ins Spätmittelalter hinein. Aber das entschuldigt nicht die verbliebenen Umweltzerstörer unter den Naturvölkern, sondern gibt Anlass dazu Stolz zu sein, dass wir es zum Kulturvolk geschafft haben und naturnahe Interaktionen wie Angeln mit Sinn und Verstand kontrollieren.


Den Anglern sei aber gesagt: Denkt daran, je mehr ihr das Angeln propagiert, desto mehr Menschen angeln, desto weniger Freiraum bleibt für den Einzelnen, desto stärker muss reglementiert werden.

Das Bestreben aus dem Angeln eine Massenbewegung zu machen beschädigt die Möglichkeiten der ambitionierten Hobbyisten. Als elitäres Hobby für eine kleine Minderheit bestünde die Chance es naturverträglich und tiergerecht zu praktizieren. Dieser Anspruch erfordert einen Aufwand an Ausbildung, Ausrüstung und an Pflege der Angelgewässer, der der Mehrheit der Angler weder finanziell noch zeitmäßig möglich ist.

Sollte das der Grund sein, weshalb sich Angler manchmal mit "Petri Heil" grüßen? Schließlich hat der heilige Simon Petrus diesen Zunamen von Jesus dafür bekommen, dass er mit dem Fischen aufgehört hat und sich wie ein Fels den Menschen zugewendet hatte. Sinngemäß grüssen sich Angler also mit der Aufforderung zu einer dickköpfigen und geheiligten Abkehr vom Fischfang

Tiefkühlfisch aus nachhaltiger und biologischer Zucht ist allemal die überzeugendere Alternative. Und es gibt zehntausende Freuzeitbeschäftigungen, da finden auch verhinderte Angler einen Ersatz. 

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