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Sippenhaft nein, Elternhaft ja


Nicht nur Amokläufe, Überfälle auf Passanten und Übergriffe auf Bahnhöfen haben es gezeigt, wir brauchen das zivilrechtliche Prinzips der Durchgriffshaftung auch im Strafrecht.

Damit ist gemeint, dass Eltern, Erziehungsberechtigte, Sorgeberechtigte und andere Personen bis hin zu den Sachbearbeitern in den Jugendämtern einen "Verteilerschlüssel" bekommen, gestaffelt nach dem Ausmaß der Verantwortung für den Jugendlichen und dem Alter des Jugendlichen. Je höher der Anteil der Erziehungsverantwortung, desto höher die Mitverantwortung. Je älter der Jugendliche, desto niedriger der durchzureichende Anteil an Verantwortung.

Wer der Meinung ist jüngere Mitbürger müssten einen Bonus im Strafrecht bekommen, muss auch zugestehen, dass für Jugendliche andere mitverantwortlich sind ... auch strafrechtlich. Unterlassene Erziehungsleistung ist stärker zu werten als unterlassene Hilfeleistung. 

Wer bei einer Schlägerei nur zusieht ist eben nur armselig und feige. Wer jahrelang zugelassen hat, dass sich ein Jugendlicher zum Schläger entwickelt ist nicht nur fahrlässig, er nimmt billigend und wissend die kommenden Geschehnisse in Kauf. 

Nur unter einem starken Druck können sich die Strukturen ändern, die notwendige politische und finanzielle Unterstützung für überforderte Eltern oder Betreuer erzielt werden. Noch ist es einfacher den Kopf in den Sand zu stecken und die Folgen den mehr oder weniger zufälligen Opfern zu überlassen, auch für die Kommunen bzw. den Staat. An dieser Stelle auch die strafrechtliche Verantwortung umzulegen wäre nicht nur motivierend, sondern auch eine Grundlage um haushaltsrechtliche Entscheidung für eine bessere Situation der Jugendlichen zu ermöglichen.

Parlamente und kommunale Räte brauchen diese Drohkulisse um Prävention und Vorbeugung umfassender mit Geldmitteln auszustatten.


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