Georgien: Schmierentheater und Tragödie

Bis Medwedew Südossetien und Abchasien als selbständige Staaten anerkannt hatte, waren beide Gebiete Teile Georgiens, völkerrechtlich zweifelsfrei, was für den Rest der Welt immer noch gilt. Mit dieser nachgeschobenen Anerkennungserklärung hat Russland bestätigt, dass es ihm nur um militärische Optionen geht und es in völkerrechtswidriger Weise sein Nachbarland Georgien überfallen hat. Ohne UN-Mandat, ohne Beschluss des Sicherheitsrats. Ohne legalen Auftrag.

Hätten Medwedew und Putin erst die Eigenständigkeit anerkannt und wären dann einmarschiert ... hätten sich rufen lassen ... aber so herum?

Übertragen auf eine andere geografische Lage stelle man sich vor: Sarkozy verteile an alle Saarländer mit französisch klingendem Namen (zB. Hrn. Lafontaine) französische Pässe, erklärt anschließend dass die französische Minderheit im Saarland kulturell und politisch unterdrückt wird und die Grande Armee besetzt das Saarland, bombardiert Kaiserslautern, belagert Pirmasens und nennt Kurt Beck eine "politische Leiche". Anschließend anerkennt er die Selbständigkeit des Saarlandes. Undenkbar? Genau!

Das würde jeder für eine Satire oder Parodie halten.

Nur in Georgien sterben Menschen bei einem politischen Schmierentheater das für die Betroffenen eine epische Tragödie ist, aber ohne Helden und ohne moralische Botschaft. Der Vorhang darf nicht fallen und das Geschehen im Rauschen des Alltags untergehen.

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