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Brauchtum im Winter


Spiegel Online berichtet in seiner Rubrik Kurz & Krass über winterliche Vorfälle und spöttelt über die Verhaltensweisen.


Warum muss man sich über lokales Brauchtum lustig machen? Gönnt doch den Eingeborenen von Tuttlingen ihre lustigen Kämpfe mit den Schneeschaufeln. Hier werden wie schon seit Jahrtausenden territoriale Auseinandersetzungen mit Schlag- und Stoßwaffen ausgeführt. Ob es da um eine Allmende, ein wildreiches Waldstück oder einen Parkplatz geht ist doch nur Nebensache. Für die Frau war das ein Wilderer, der in angestammte Reviere eindrang, da lodert der Landfrau Seele.

Und die Schneemann-Euthanasie, auch hier fehlt der Zusammenhang und die gründliche Recherche. Die Sonne hatte schon zu scheinen begonnen und das Schmelzwasser quoll aus den Poren der gequälten, eisigen Figur. Wie soll man da zusehen und das Leiden des Schmelzens ignorieren. Hier hat ein verantwortungsbewusster Lenker eines Personenbeförderungsmittels beherzt eingegriffen und dem Symbol der Vergänglichkeit ein Ende bereitet. Lobet und preiset ihn.

Dafür steht ihr einem Bastler bei, der den Verkehr gefährdet. Ein mit Ketten befestigtes Schneeräumschild? Was wenn die Kette reißt? Was wenn das schwächste Glied zu schwach ist? Dann kann das Schneeräumschild, haltlos und herumschleudernd, Menschen gefährden. Kinder an der Haltstelle des Schulbusses oder Rentner, die auf die Kaffeefahrt warte, schließlich ist es Luckenwalde, dort befinden sich immer noch Menschen auf der Straße. Das ist nicht Klein Luckow oder Hohenfelde.

Und die unprofessionelle Eisforscherin kommt ungeschoren davon, kein Wort zu den fehlenden Absperrungen um die Forschungsstätte, kein Wort darüber, ob es um einen Selbstversuch ging. Was soll die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft denken? Dass in Deutschland ohne geordneten und dokumentierten Versuchsaufbau Feldforschung getrieben wird? Dass der deutsche Wissenschaftler ein Dilettant ist? War die Frau überhaupt mit akademischen Weihen gesegnet?

Eine Umweltkatastrophe in Schweden ohne Schilderung und Aufdeckung der Hintergründe? Rosa Schnee? Vier Wochen vor dem 92. Todestag von Rosa Luxemburg, ein politisches Manifest? Oder eine Entsorgung von Feinstaub? Sondermüll aus Laserdruckerpatronen mit Wetterballonen in die Stratosphäre verbracht? Hydrazinreste einer Raketenexplosion? Offene Fragen, einfach so abgehakt?

Und dass man in Kassel keine Tradition hat und deshalb ohne Schneeschaufeln aus dem Haus geht? Hier wäre ein Hinweis auf die nicht zustande gekommene Städtepartnerschaft Kassel-Tuttlingen nötig. Kein Brauchtumstransfer, keine Traditionsbildung! Hier ist das Deutschtum in Gefahr! Jedem Kasselaner einer Schneeschaufel zur Hand! Wo kommen wir sonst hin?



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Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Bleigießen, ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Heute ein Partyspass an der Jahreswende. Früher ein billiges Orakel um Warnungen und Hilfen in Zeiten der Veränderung zu erhalten. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester. Ein Zeitvertreib um einen hellsichtigen Blick aufs neue Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind unbedenkliche und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen. Zumindest sollte es so sein und ein Blick auf die Packung, ob ein CE-Zeichen vorhanden ist, sollte das sicher stellen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleif…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Gebratener Lachs mit Gurken

Für 2 Personen:

2 Lachs-Filets, Größe nach Hunger 150-250 g
1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
etwas Maismehl

3 El Rapsöl oder ein neutrales Olivenöl

1 große Landgurke
1 Becher Ziegenjoghurt
1 El Rapsöl oder ein neutrales Olivenöl
1/2 Tl Dijon-Senf
Salz, Pfeffer
1 Tl getrockneter Dill

Lachs mit ein paar Tropfen Zitrone beträufeln und verreiben, anständig Salzen und Pfeffern, mit Maismehl schwach mehlieren. Beiseite legen. Der Lachs sollte eine halbe Stunde vor dem Zubereiten aus dem Kühlschrank genommen werden oder in Fällen großer Eile 20 Sekunden bei 800 Watt in der Mikrowelle vorgewärmt werden.
Gurke in zwei Hälften scheiden, jede Hälfte in Scheiben schneiden und am Rand des Tellers auslegen.
Rapsöl in der Pfanne auf mittlerer Hitze (4 von 6) vorwärmen.
Joghurt, Öl, Senf, den restlichen Saft der halben Zitrone, Salz und Pfeffer, sowie die Hälfte des Dills gut verrühren, über den Gurkenscheiben verteilen.
Lachs von jeder Seite 2 bis 3 Minuten anbraten, dabei möglichst nicht bewegen, er kann gewendet w…