Direkt zum Hauptbereich

Abschreibungsfrist für Hexenbesen?

Rumänien bessert sein Staatssäckel auf, Hexen und Wahrsager müssen Einkommensteuer zahlen. Eigentlich erstaunlich, dass diese Einnahmen bisher nicht berücksichtigt wurden. Der Protest verärgert aber eine Branche auf die der Staat angewiesen sein könnte. 

Es ist kein Wunder, dass die rumänischen Hexen jetzt per Steuergesetz ausgepresst werden und in anderen Ländern bleiben sie ungeschoren. Das sind Stümper, keine ausreichende präventive Lobbyarbeit, keine Bannflüche und dann der Fluch gegen Steuergesetz und Regierung. Wie soll der funktionieren ohne persönliche Komponente der zu Verfluchenden?

Da braucht es etwas vom Körper (Schweiß, Haare, Nägel), dazu muss man halt den Friseursalon besuchen während sich Regierungsmitglieder verschönern lassen. Oder man legt den Fluch aufs Gebäude und kratzt ein bisschen vom Putz ab. Dann muss der Fluch etwas vom Fluchprinzip enthalten, wenn hier eine Regierung zu Bruch gehen soll, dann muss man etwas gebrochenes dazugeben, einen durchgebrochenen Hühnerknochen sollte man schon zur Hand haben. Dann noch etwas von Übel und eine persönliche Botschaft des Hexenden, am praktikabelsten ist hier der Verzehr eines Bohnengerichts und anschließend kann man diese beiden Komponenten als leicht flüchtigen magischen Wind über den Zettel mit den Beschwörungszeichen streichen lassen. Dazu kann man sich in entsprechender Verfassung ein ganzes Bündel Blankobeschwörungszettel an passender Stelle in die Hose stecken. Als Beschwörungszeichen in diesem Fall würde ich auf die Variante mit dem Zeichen des Ochsen zurückgreifen, die auf Seite 187 des Großen Grimoire aufgeführt ist. Hier kann man durchaus Knoblauch, Paprika und Ochsenblut verwenden, die man zur Farbpaste verrührt und mit einer angespitzten Karotte zu Papier bringt. Das vereint dann die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde zu mächtiger Magie.

Aber so wie die rumänische Hexe das ankündigt, da hat man am Ende nur ein Häufchen Kompost. Falls nicht die Mäuse das Zeug wegfressen. Deshalb sollte man die Fluchkomponenten auch in einen kleinen Behälter stecken, damit der Fluch nicht von Mäusen und Würmern weg gefressen wird. Diese kleinen allseits bekannten Plastikeier lassen sich dafür gut wiederverwerten.

Viel Spaß beim Flüche basteln.


Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Gemüsetopf mit Apfel und Berberitzen

Zutaten für 2 Personen: je 200 g Hokkaido-Kürbis, Kohlrabi, Pastinaken, Süßkartoffeln, Äpfel alles geputzt bzw. geschält und gewürfelt bis auf den Apfel, Saft von einer Zitrone, 1 El Bratöl Olive, 2 El Gänse- oder Entenschmalz (oder nur Olivenöl), 1 El Petersilie oder Speisechrysanthemen-Blätter, 1 El Bio-Berberitzen-Beeren,  je 1 Msp Macis-, Kumin-, Sumach- und Zimt-Pulver, 1/2 Tl Majoran, Salz, 1 El Schnittlauch-Röllchen zur Dekoration.
Den Ofen auf 90 bis 100 °C vorheizen, Keramikform anwärmen. Schmiedepfanne mit 1 El Olivenöl erhitzen. Das Gemüse kann man auch etappenweise vorbereiten während eine andere Sorte brät. Die einzelnen Gemüsesorten jeweils 4-5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anbraten. Das aufeinanderfolgende Anbraten und anschließende Nachgaren im Backofen berücksichtigt die unterschiedlichen Garzeiten dieser Gemüsearten.
Zuerst die Kohlrabi-Würfel auf 2/3 Hitze anbraten, in die Warmhalteform geben und im Ofen nachgaren lassen. Hitze steigern und die Würfel vom Hok…