Buch-Rezension - Condoleeza Rize, No Higher Honor


Diese Rezension muss man genauso wenig wie das Buch lesen, ihre Rechtfertigung in Buchform lässt sich auf einen Satz reduzieren: Der Zweck heiligt die Mittel. Diese Rezension tut es nicht, sie steht auch nur hier, damit der Griff zu diesem Buch wenigstens im Ansatz und Entferntesten produktiv war.


Das Buch stellt einen weiteren Versuch dar, einen Zweck zu konstruieren und darzustellen, der Toleranz für die Wahl der Mittel hervorrufen soll. Das Bizarre daran ist, dass ausgerechnet republikanische Politiker, die Patriotismus für sich reklamieren, sich derart unamerikanischer Umtriebe bedienen und das Ansehen der Vereinigten Staaten auch noch nach dem Ausscheiden aus dem Amt vorgesetzt beschmutzen. Das hat dieses Land nicht verdient, das irgendwann einmal für Freiheit und Bürgerrechte stand.

Ich möchte an dieser Stelle aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zitieren: "We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness." Es scheint so zu sein, dass der Begriff "men" von dieser archaischen Fraktion mit der Bedeutung "american citizen" gefüllt wird. Für Bewohner anderer Erdteile und Menschen, nicht nur Saddam Hussein, sind diese Rechte nach Ansicht dieser Verräter an den amerikanischen Idealen veräußerbar.

Diese Wunde in der Seele einer Nation wird durch jede neue Bekräftigung und Beschwichtigung neu geöffnet. Sie beginnt sich wie ein Krebsgeschwür auszuweiten und erfasst inzwischen die Historie. Man muss sich fragen, war der Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg so lauter und nur der Freiheit geschuldet wie die Legende erzählt oder stand auch hier eine andere unpatriotische Motivation dahinter? Wurden die Menschen Europas um ihrer selbst willen vor dem Faschismus gerettet oder war es schlichte Gewinnoptimierung und Sicherung von Märkten? Übelste Verschwörungstheorien werden hier befördert, Frau Rice und die anderen Mitglieder der Bush-Regierung sollten lieber aus Scham schweigen und Asche aufs Haupt statt Salz in die Wunden streuen.

Dieses Buch ist peinlich, hätte es hundert Jahre später ein Historiker geschrieben hätte man ihn der Geschichtsklitterung geziehen. Man sollte deshalb nicht auf die Idee kommen, es handle sich bei diesem Buch um eine authentische Quelle und für einen Roman ist der Stil zu banal und langatmig.



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