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Die Infantilisierung einer Generation

Es ist wieder da, YPS - das Comic-Heft das eine ganze Generation von Eltern mit Gimmicks nervte, die immer subversiver und gefährlicher waren als der Inhalt der gelben Spaß-Bomben in den Ü-Eiern.

Diesmal nicht für Kinder gemacht und nur mit einem Viertel Comics, sondern als Lifestyle-Magazin für die inzwischen erwachsenen Alt-Leser um die 40. Und sie scheint es zu lieben, innerhalb zwei Tagen waren die Kioske leergekauft und jeder hat jemand im Freundeskreis, der eines gekauft hat und begeistert über seine neue Urzeitkrebszucht berichtet. Ich konnte heute Auktionen auf eBay beobachten, die locker die zehn Euro überschritten und teilweise über die Zwanzig hinausgingen. Hype oder Liebhaberei? Jedenfalls die erfolgreichste Neueinführung seit der LandLust und eine Neueinführung ist es, denn diesem Heft werden nächstes Jahr weitere folgen.

Welchen Nerv trifft dieses Magazin, das damit in die Fußstapfen der Magazine Playboy, Esquire und Lui tritt, wie sie in der Zeit des originalen Yps erschienen. Monatsmagazine für den Mann im mittleren Alter. Was hat sich in diesen dreißig Jahren geändert? Statt Magazinen über Macho-Freizeit-Vergnügen, Essen, Trinken, dicke Zigarren, schnelle Autos und schlanke aber üppige Mädchen mit liebevoll übermalter Intimzone greift der Mann von heute neben Magazinen über den Erhalt von Fitness und Gesundheit zu einem Magazin mit Urzeitkrebsen und Tipps wie man noch Agent wird. Und das ist gar nicht weit vom Schuss, Daniel Craigs 007 fährt zwar immer noch rasant, aber sonst passt er ebenfalls in diese Zeit. Nichts mit Haifischbecken, Bambi und Beisser zum gerührten Cocktail während die Affäre wartet, nein, Bier und ordinäre One-Night-Stands. Ist es das? Nach Generation X und Golf die Generation Yps? Lego und Zaubertricks statt Manta und Lederhose? Die große kuschelige Langeweile und der kleine Traum in der Hand statt SpaceShuttle-Lotterie-Träumen und Maserati-für-einen-Tag-Verlosungen, Reihenhaus statt Schrebergarten?

Ist die scheinbare Infantilisierung damit nicht die tatsächliche Überwindung der ewigen Adoleszenz? Die Generation Yps schafft Realitäten, verabschiedet sich von unpragmatischen Träumen und kommt an dem Ort an, von dem die Vorgeneration nicht wusste dass sie dorthin will. Sie hoffte noch, dass keiner hingeht wenn Krieg ist, die Generation Yps kann Westerwelle die Hand schütteln und sagen, es war Krieg und wir waren nicht dort.

Friede - Freude - Eierkuchen!

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