Die sinnlose Leichtigkeit des Geldausgebens

Wo ist mein Handtuch?

Keine Angst, ich bin nicht aus der Dusche auf die Straße gerannt und erschrecke fundamentalistische Kirchgänger und auch die Vogonen kommen nicht zum Sprengen der Erde oder dem Vorlesen von Gedichten. Nein, ich möchte mir nur den Schweiß von der Stirn wischen, den Angstschweiß der ausgebrochen ist nachdem ich wieder vom Sparen und Vermeiden von unnötigen Ausgaben gelesen habe.

Nicht nur die unseligen Schwarz-Weiß-Bücher derer vom Bund des Steuerzahlers, sondern all die Kritiker überzogener Staatshaushalte, nicht zwingender Projekte der teuren Kategorie und all dem was einer Bergbesteigung entspricht - es gibt keinen Grund, man besteigt ihn weil er da ist.

Dann bekomme ich Angst, dass einige oder viele der Verantwortlichen und der Geldausgeber sich die Kritik und die Vorwürfe zu eigen machen und mit dem Geld ausgeben aufhören. Denn dann, befürchte ich, dann brechen harte und düstere Zeiten an. Vielleicht auch für mich.

Denn keine Geldausgabe ist sinnlos. Denn der, der das Geld bekommt, hat mehr oder weniger dafür gearbeitet und muss von dem Teil leben, der ihm nach Abzug seiner Ausgaben bleibt. Und diese Ausgaben sind auch wieder Geldausgaben, für die das zuvor gesagte gilt - und so weiter und so fort. Wäre das nicht so, dann wäre auch bei mir kein Geld gelandet und ich hätte selbst kein Geld für Tablet oder Handy ausgeben können und keinen Zugriff auf das Web und könnte dies hier nicht schreiben.

Schlimm ist das Gegenteil, Geld nicht ausgeben, darauf sitzen wie der mythische Scrooge McDuck in seinem Geldspeicher. Obwohl auch dies eine Legende in der Legende ist. Tatsächlich wird in diesen Fabeln auch geschildert wie er sein Geld in riesigen Mengen in Projekte von Gyro Gearloose steckt, woraus die Bevölkerung um die beiden herum ihre wirtschaftliche Existenz bestreitet. Der Geldspeicher wird zur Zwischenstation, zum Puffer für das Geldausgeben im ganz großen Stil. Und weil all die, die in Duckburg davon profitieren, in Geschäften von McDuck einkaufen landet alles wieder bei ihm im Kasten aus Beton oder unzerbrechlichen Glas. Geld das liegt ist nichts wert, es macht die denen es gehört arm, in dem sie nichts davon haben außer dem Anblick, es macht die die es nicht bekommen arm, in dem sie weiterhin nur das haben was sie haben und nicht mehr bekommen.

Wenn jetzt der glückliche Felix und seine Geldgeber für einen Sprung aus 39 km Höhe kritisiert werden, dann gilt hierfür das gleiche Argument - viele leben davon, dass viele andere Geld ausgeben.

Deshalb macht mir die Abkehr vom wilden und ungezügelten Geldausgeben Angst, deshalb brauche ich ein Handtuch.


Dieses Jahr wäre Carl Barks, der Erfinder von Scrooge McDuck, 111 Jahre alt geworden. Dies ist die aktualisierte Fassung eines Blog-Posts vom 27. März 2012.


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