Endivien mit Bohnen und Joghurtsauce


Der Winter naht, das Angebot frisch vom regionalen Acker wird kleiner. Je nach Jahresverlauf ist es im Oktober oder erst im November so weit. Aber wenn Endiviensalat neben Feldsalat der einzige einheimische Salat auf dem Markt ist, dann ist es soweit. Aber auch mit diesem als bitter verrufenen Blattgemüse kann man schnell und lecker eine Mahlzeit anrichten.

Den Endiviensalat einmal handwarm (Babyflaschentemperatur) gründlich waschen und dann einmal kalt waschen, das nimmt ihm das Bittere. Jetzt gilt es so zu kombinieren, dass eine milde Süße oder eine sanfterNussnote sogar nach dem Rest an Bitterkeit lechzt um ein abgerundetes Geschmackserlebnis auf die Zunge zu zaubern. Deshalb hier im Rezept die hellbraunen ligurischen Bohnen, mit ihrem nussigen Geschmack. Wenn man nur die faden weißen Standardbohnen bekommt, weicht man besser auf Bio-Mais aus der Dose oder Froste aus, der hat eigentlich immer Aroma.

Die Endivien-Blätter als Nest auf dem Teller anrichten, etwas Zitronensaft darauf träufeln, ein kräftiger Spritzer Olivenöl im Kreis und bunten Pfeffer aus der Mühle. Schwarzer Pfeffer geht auch, aber bunter dekoriert bei der Gelegenheit gleichzeitig.

Ein Becher Joghurt (wer mag nimmt Ziegenjoghurt) mit einem 1/2 TL Olivenöl und 1/2 TL weißem Balsamico-Essig verrühren, wenig Salz, weißer Pfeffer nach Lust und Laune, etwas klein gehackter Knoblauch und grüne Kräuter der Saison dazugeben, Schnittlauch ist optimal und ihn gibt es notfalls gefroren. Gut passt auch Liebstöckel.

Die braunen, italienischen Bohnen (aus der Dose oder vorgegart nach Anleitung und abgekühlt) mit der Joghurtsauce vermengen und auf den Salatblättern anrichten.

Dazu eine Baguettescheibe, hier mit Knoblauchzehe abgerieben und Olivenöl beträufelt, eine gehackte Tomate darauf verteilt, gesalzen und gepfeffert, 3-4 Minuten unter den Grill geschoben.


Eine Variante ist es, die Bohnen kurz zu erwärmen indem man sie vor dem Anmachen zusammen mit dem Baguette unter den Grill schiebt. Sie sind dann lauwarm, muss man mögen, nicht jedermanns Sache, aber intensiviert den Geschmack.

Wer kein Problem mit Knoblauch hat, anschließend keine Veranstaltung besucht, der kann auch gepressten Knoblauch mit unterrühren, nach persönlichem Geschmack. Ich ziehe es aber vor nicht mehr als eine Zehe zu nehmen, damit man die anderen Aromen auch noch schmeckt. Wenn man es schärfer will, besser etwas Chili über das Gericht hobeln. (Rote Flocken auf dem Foto)

Hat man Liebstöckel und will noch einen besonderen Kick, dann gibt man mit dem Essig auch noch einen halben TL Gin in die Salatsauce. Da sollte man aber seine Gäste fragen, nicht jeder mag versteckten Alkohol, ist immerhin eine Droge und mancher kalkuliert die Fahrtüchtigkeit ziemlich eng an die Grenze. Da kann Alkohol im Essen schon zu viel sein.

Und zum Schluss, der Endivien sollte Zimmertemperatur haben zum Anrichten, nicht direkt aus dem Kühlschrank servieren wenn man ihn vorgeputzt hat. Er wird dann wieder bitterer. 

Guten Appetit!


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