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Europa erhält den Friedensnobelpreis

Diese Verleihung kann man kontrovers sehen, ist sie Bestätigung wie bei Brandt oder Aufmunterung wie bei Obama oder Stärkung wie bei Aung San Suu Kyi?

Ja, Europa hat einen starken Frieden im Innern entwickelt und jahrhundertealte Feindschaften überwunden, aber wie sieht es nach Außen aus?

Im Mittelmeer sterben Bootsflüchtlinge, Lampedusa ist ein Menetekel der Isolation, die Türkei ist nur der ewige Kandidat und über allem fehlt es an einer eigenständigen Außenpolitik und einer eigenen militärischen Allianz. Die NATO ist US-zentristisch und es mangelt an dominanter französischer Präsenz wie in den Institutionen Europas.

Deshalb ist der Nobelpreis ein Zeitpunkt um Fragen zu stellen.

Ist Europa isolationistisch? Gilt ein modernes und europäisches Pendant zur Monroe-Doktrin?

Meiner Ansicht nach ist dem so. Mein langjähriger Verdacht ist auch, dass der Nah-Ost-Konflikt diesem Zweck dient und die EU sich nicht vehementer für seine Lösung einsetzt. Er sorgt dafür, eine Zone des No-Penetration-No-Trespassing zu schaffen, einen lebensfeindlichen und rechtsfreien Raum, der einem der Verantwortung entbindet öffentlich Nein zu Wanderungsbewegungen aus Afrika zu sagen. So kann man einen auf unschuldig machen, weg gucken und mit den Schultern zucken.

Vor Jahren habe ich im Vorfeld von S21 darauf aufmerksam gemacht, dass S21 doppelt so groß sein müsste um den Zugverkehr, der aus Afrika über Kairo, Tel Aviv, Ankara und Wien über Stuttgart nach Paris und London geht ebenfalls aufnehmen zu können. Die Reaktion waren gelinde gesagt beschämend. Anscheinend ist fest im Denken verankert, dass es nie einen Landweg aus Afrika nach Europa geben wird und geben darf.

Nein, niemand in der EU hat die Absicht eine Mauer zu errichten. Das besorgen die Israelis und das Mittelmeer ist schon immer da. Erbärmlich. Nicht preiswürdig.


Siehe auch: Wikipedia - Monroe Doktrin


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