Direkt zum Hauptbereich

Gemüsespieße mit Hackbällchen


Es gibt Tage, da hat man eben noch ein paar Hackbällchen übrig. Sei es, dass das abgepackte Hackfleisch am Vortag zu viel war und Hackbällchen auf Vorrat besser als eingefrieren ist, sei es, dass man eine Party oder anderen Anlass hatte und die Left-Over-Brigade nach nachhaltiger und umweltfreundlicher Verwertung ruft. Riesige Mengen Lebensmittel werden in Europa weggeworfen, das muss selbst die Lebensmittelläden nicht freuen, könnten wir doch als Gesellschaft mit weniger Nahrungsabfall das Geld für hochwertigeres Gemüse, Fleisch, Obst und so weiter ausgeben. Qualität statt Quantität (die im Müll landet).

Zutaten für 2 Personen, 4 Spieße:

1 roter Gemüse-Paprika, in 12 Stücke geteilt
1 kleine Zucchini, in acht Scheiben geschnitten
2 mittlere Zwiebel, erst halbiert und dann noch einmal quer geteilt
8 Stück vorgegarte Hackbällchen (oder auch Fleischwürfel von Pute, Lamm, Lachs oder Schwein)
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer, Sumachpulver, gehackter Rosmarin

8 Holzspieße, gewässert

1 Tasse Reis
1 Tasse Wein
1 Tasse Wasser
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
1/2 Tl Kurkuma
1 Tl Butter
1 Msp. Salz

1 Tomate
6 El Frischkäse
2 El Schmand
Blütenkräuter
Salz und Pfeffer

Die Paprika lässt sich an den Rippen in drei Teile schneiden, diese nochmal längs und quer schneiden und man hat die 12 Teile. Zucchini am Besten durch mehrfaches Halbieren in gleiche Scheiben aufteilen.


Zuerst den Reis mit dem Wein zum Kochen bringen, Gewürze und Butter zugeben, Wasser zugeben, abdecken und dämpfen lassen. Ich habe dafür noch eine klassische Kochplatte aus Sintermetall, deren Resthitze komplett ausreicht und an diesem Punkt abgeschaltet werden kann. Gas und Ceran muss man auf unterster Stufe weiterheizen lassen. Da hat man keinen Wärmespeicher. Bis die Spieße fertig sind, ca. 20 Minuten, sollte der Reis auch fertig sein.

Paprika, Zucchini, Fleisch und Zwiebel gleichmäßig auf die Spieße verteilen, mit Öl bestreichen und den Gewürzen bestreuen. Mit vergrößertem Abstand, mittlere Schiene, unter den nicht vorgeheizten Grill schieben, 5 Minuten grillen, Grill aus und 130 Grad Umluft, herausnehmen, wenden, andere Seite auch salzen und pfeffern, 10 Minuten weitergaren, dann auf Grill umschalten und noch 5 Minuten grillen. Fertig.

In der Zwischenzeit kann man die Tomate halbieren und aushöhlen. Frischkäse, Schmand mit Kräutern, Salz und Pfeffer verrühren, die Tomatenhälften füllen (Faule Köche nehmen Tsatsiki aus der Packung).

2 Minuten vor Ende der Grillzeit die Teller unter den Grill im Backofen zum Anwärmen stellen, deshalb habe ich Gastronomie-Geschirr, das hält den Salamander aus und ist für ruppigen Umgang geeignet.

Wie auf dem Foto gezeigt den Reis in die Tellermitte, Spieße links und rechts, Käse-Tomate an die Seite und
wenn man hat, dann kann man noch mit Kerbel oder Petersilie dekorieren, notfalls auch mit wenig Liebstöckel oder anderem intensiveren grünen Kräutlein.

Wer sich für das winterliche Wetter fit machen will, Jiaogulan kann man klein geschnitten unter den Reis heben, auf das Fleisch gemahlene Schizandra-Beeren streuen und eine Dattel auf den Spieß stecken. Dann kriegt das Ganze noch mehr den Charakter eines maghrebinischen Shish.

Habt Spaß beim Kochen mit Resten, variiert, probiert, schmecken muss es. Und wenn ihr viel Reste habt, dann habt ihr zuwenig Leute eingeladen.

απολαύσετε το γεύμα σας



Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Gemüsetopf mit Apfel und Berberitzen

Zutaten für 2 Personen: je 200 g Hokkaido-Kürbis, Kohlrabi, Pastinaken, Süßkartoffeln, Äpfel alles geputzt bzw. geschält und gewürfelt bis auf den Apfel, Saft von einer Zitrone, 1 El Bratöl Olive, 2 El Gänse- oder Entenschmalz (oder nur Olivenöl), 1 El Petersilie oder Speisechrysanthemen-Blätter, 1 El Bio-Berberitzen-Beeren,  je 1 Msp Macis-, Kumin-, Sumach- und Zimt-Pulver, 1/2 Tl Majoran, Salz, 1 El Schnittlauch-Röllchen zur Dekoration.
Den Ofen auf 90 bis 100 °C vorheizen, Keramikform anwärmen. Schmiedepfanne mit 1 El Olivenöl erhitzen. Das Gemüse kann man auch etappenweise vorbereiten während eine andere Sorte brät. Die einzelnen Gemüsesorten jeweils 4-5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anbraten. Das aufeinanderfolgende Anbraten und anschließende Nachgaren im Backofen berücksichtigt die unterschiedlichen Garzeiten dieser Gemüsearten.
Zuerst die Kohlrabi-Würfel auf 2/3 Hitze anbraten, in die Warmhalteform geben und im Ofen nachgaren lassen. Hitze steigern und die Würfel vom Hok…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…