Perlhuhn, Ananas, Kokos-Fenchel-Reis


Man steht im Hofladen und sieht dieses kleine, frische Perlhuhn, vom Geflügelbauer aus der Region, wahrscheinlich ist es gestern noch über die Wiese gerannt und hat Würmer gesucht. Es hat verdient in eine leckere und saftige Mahlzeit verwandelt zu werden. Auf der anderen Seite liegen ein paar kleine Bio-Ananas, wahrscheinlich nicht aus der Region, sondern eingeflogen, sie sind vollreif und duften. Es ist definitiv Vorweihnachtszeit, die Spezialitäten und Leckereien gibt es jetzt auch in der Provinz, nicht nur auf dem Viktualien- oder Naschmarkt. Weihnachten, die Zeit der Fülle und der Gefahr für Leib und Leben in Form von Kalorienbergen, Fettwellen und Kohlehydratwogen. Aber man kann auch anders.

Für 2 Personen ein kleines Perlhuhn, Fenchel und Pfeffer/Salz aus der Mühle, 1 El Sesamöl, 1/2 Tasse Thai-Duft-Reis, 2 El Kokoschips, 2 MSp gemahlenen Fenchel, 1 MSp gemahlener schwarzer Pfeffer, 2 MSp Salz, 1 kleine Bio-Ananas und zur Dekoration ein halbiertes gekochtes Ei (noch warm) mit einigen Halmen Schnittlauch.

Zu Beginn das Perlhuhn zerlegen in Brüste, Schlegel und den Rest. Die Perlhuhn-Teile mit Fenchel, Pfeffer und Salz aus der Gewürzmühle (oder gemörsert) reichlich würzen um das Fleisch zu aromatisieren, die Gewürze gut in die Hühnerhaut einmassieren. Achtung, anschließend gründliche Handhygiene, Geflügel ist immer eine potentielle Keimquelle und die Ananas werden später nicht so stark durcherhitzt bis sie steril wären.

Während man das Huhn vorbereitet werden die Eier 8 Minuten in kochendem Wasser hart gekocht.

Den Reis zusammen mit 1/2 Tasse Wasser bis zum Kochen erhitzen. Wenn das Wasser kräftig sprudelt das Salz zugeben, dann die Kokoschips, den Pfeffer und nochmal 1/2 Tasse Wasser zugeben. Hitze abschalten, Deckel drauf und 10 Minuten dämpfen und anschließend den gemahlenen Fenchel zugeben und nochmal 10 Minuten bei geschlossenem Deckel dämpfen lassen.

Bis vier Portionen reichen die ersten zehn Minuten des Reis-Dämpfens um die Ananas zuzubereiten. Bei mehr Portionen muss man die Ananas zu allererst anrichten und während des Reis-Dämpfens nur grillen, damit sie bei Servieren noch warm ist. Dazu wird die Ananas geschält und entlang des wendelförmigen Musters der Samenkapseln V-förmig eingeschnitten (siehe Foto unten) um den Samen zu entfernen. Die Frucht längs in Viertel teilen, auf einer Alufolie unter den Backofen-Grill legen und 3 bis 4 Minuten grillen, sie sollte warm werden, aber nicht bräunen. Anschließend ruhen lassen und unmittelbar vor dem Servieren nochmal 2 Minuten grillen. Für diese letzten 2 Minuten kann man sie servierfertig auf den Teller legen und so den Teller mit erwärmen.

Hat man im Ablauf gerade das Fenchelgewürz in den Reis gegeben, beginnt man mit der Zubereitung des Huhns. In einer Pfanne Sesamöl stark erhitzen, im sehr heißen Fett die Perlhuhnteile kurz anbraten, wenden, jeweils nach einer Minute wenden und nach kurzem Anbraten die Hitze reduzieren auf mittlere Stufe. Das zügige Wenden und Erhitzen wiederholen bis der Reis fertig ist. Jetzt sollte jede Seite knapp 5 Minuten gebraten sein, das Fleisch gerade durchgegart und noch saftig. Erfahrene Kochbegeisterte können die Teile am Schluss mit aufgefangenem Ananassaft leicht kandieren. Wenn das Perlhuhn trocken ist, hat man zu lahm gewendet, ist es zu roh, zu oft. Noch ein Trick, wenn man am Schluss ins Huhn sticht und der austretende Saft ist noch blutig und nicht klar, kurz (30 Sekunden) bei 800 Watt in die Mikrowelle, oder während man den Teller dekoriert auf Alufolie unter den Grill bei höchster Stufe.

Irgendwann in der Zwischenzeit wird das Ei geschält, halbiert und mit Schnittlauch dekoriert bereitgestellt. Wenn man dann die Teller mit den Ananas aus dem Ofen holt braucht man nur noch den Reis anhäufen oder mit Ring zur Timbale formen und die Teile vom Perlhuhn auf den Reis drapieren. Dekoriertes Ei an die Seite und fertig ist ein Gericht, bei dem ein Hauch von Sommer und Sonne durch die Weihnachtsstube schwingt.


Guten Appetit!


Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Gemüsetopf mit Apfel und Berberitzen