Post sorgt für mehr Reisegepäck


Bisher war es so einfach, wir packen unseren gewohnten Reisebedarf in den Trolley und gut war. Dazu noch einen Kugelschreiber, wir wollen ja die eine oder andere nette Grußkarte schicken. Aber das war früher. Jetzt sorgt die Post für Übergepäck, größere Trolleys oder einen Extra-Backpack.

Denn mit der heutigen Reform des Briefportos sollte man auch das Kleingedruckte genau lesen:

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Klipp und klar steht da, dass Postkarten maschinell verarbeitbar sein müssen. Der preiswerten Tarif von 0,45 € wäre sonst nicht zulässig und man muss zum doppelt so teuren Kompaktbrief-Porto greifen. Der Standardbrief erfordert ebenfalls die maschinelle Verarbeitbarkeit. Ich weiß nicht, wie lange es den Zusatz schon gibt. Aber die letzte Portoerhöhung ist schon eine Weile her und solange habe ich mich nicht mehr auf die Tarifseite der Post AG verirrt.

Und wie sieht die jetzt aus, die maschinelle Verarbeitbarkeit? Dafür gibt es die Broschüre Automationsfähige Briefsendungen, die auf schlappen 48 Seiten alle Voraussetzungen beschreibt.

Für unsere Postkarte aus dem Urlaub zählt aber vor allem folgender Absatz: 


Und Schriften, die nicht maschinenlesbar sind, führen dazu, dass die Postkarte nicht maschinell verarbeitet werden kann. Keine Beförderung zum Postkartenporto möglich. Also packen wir Notebook und Adressprinter in den Koffer um Porto zu sparen und mit Arial oder Courier maschinell lesbare Adressaufkleber zu produzieren? Oder kleben wird 90 Cent auf die per Hand beschriftete Postkarte?

Ist eine Postkarte aus dem Urlaub jetzt ein Kompaktbrief und keine Postkarte mehr? Oder versteh ich jetzt nur noch Postagentur, äh, Bahnhof? Galt das bisher schon und man muss sich nicht dran halten? Irgendwie hat mich diese Portoänderung mehr verunsichert als verärgert. Und die gleichen Voraussetzungen gelten für so genannte Standardbriefe, das Format für Geburtstagsgrüße und andere Glückwunschkarten, Liebesbriefe und mehr. Wieso werden dann hübsche Briefmarken mit Schmuckmotiven zu Weihnachten, Ostern oder den Urlaub mit 45 oder 58 Cent angeboten? Wer kauft im Supermarkt oder in der Agentur fünf oder zehn Briefmarken für maschinell verarbeitbare Postkarten und Briefe? Das sind dann doch eher Massensendungen, Serienbriefe und andere kommerzielle Briefsendungen.

Hat jemand wegen der Beschriftung per Hand schon einmal Nachporto bezahlt? Muss ich befürchten, dass mich der Briefträger demnächst abkassiert wenn ein liebevoll per Hand geschriebener Gruß eintrifft? Oder dass ich deswegen den Brief bei der Postagentur um die über-über-über-über-nächste Ecke abholen darf muss. Oder dass er zurück an den Briefkasten auf der Nordseeinsel geht ...

Update: Die Sortierscanner sind anscheinend leistungsfähig genug die meisten handgeschriebenen Briefe zuzuordnen und zu kodieren. Die meisten werden deshalb doch befördert. Das Kernproblem ist, dass dieser Teil der Geschäftsbedingungen die Post von der Verpflichtung befreit schwer lesbare Anschriften manuell nach zu erfassen und den Brief oder die Postkarte zu befördern. Ist dann auch noch der Absender unlesbar ...

Nachfolgender Hinweis ist ironisch gemeint (noch). Aber das ist der preiswerteste portable Etikettendrucker, der über Bluetooth an ein Android-Smartphone oder -Tablet gekoppelt werden kann. iPhonistas haben anscheinend Pech.




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