Direkt zum Hauptbereich

Dreierlei Gemüse an Hollandaise mit Naturreis


Für dieses Gericht muss man eine Stunde Zubereitungszeit einkalkulieren, in der man fast nichts zu tun hat.
Für zwei Personen schält man zwei kleine Kohlrabi, putzt eine Lauchstange und schneidet den hellen Teil in daumendicke Scheiben (den grünen Teil für andere Zwecke verwenden), dazu noch zwei längliche rote Beete ungeschält (!!!) bereit legen. 

Da die rote Beete ungefähr 45 Minuten zum Garen benötigen kann man jetzt 1 Tasse Naturreis-Mischung mit Wildreis aufsetzen, diese benötigen ebenfalls 40 bis 50 Minuten zum Garen. Man bringt den Reis mit einer Tasse Weißwein und einer viertel Tasse Wasser zum Kochen, gibt etwas Salz hinzu, eine Tasse kaltes Wasser und lässt den geschlossenen Topf eine halbe Stunde auf unterster Stufe köcheln, dann abschalten und Nachgaren lassen, das Wasser sollte vollständig aufgesogen werden.

Kohlrabi in Sechstel (Wedges) schneiden, mit Salz bestreuen, mit Dämpfeinsatz über Wasser 30 Minuten bei mittlerer Hitze im geschlossenen Topf dämpfen, dann die Lauchscheiben auflegen, Hitze reduzieren und im geschlossenen Topf fertig garen.

Die rote Beete im Topf mit Wasser bedecken und einer winzigen Prise Salz 45 Minuten auf mittlerer Stufe kochen, dann mit Gabel prüfen, es sollte noch ein leichter Widerstand zu spüren sein, bissfest aber zart. Dann herausnehmen, schälen (Handschuhe!!!), in Scheiben schneiden passend zum Lauch und warm stellen.

Jetzt die Hollandaise zubereiten. Ich habe eine fertige Packung genommen, die mit Butter angerührt wird, und nach der Fertigstellung noch ein Eigelb untergerührt. Wer es vegan will, kann gerne auch eine der veganen Fertigsaucen, wie Käthes Hollandaise (biovegan) verwenden.

Saucenspiegel auf den Teller, die Gemüsestücke mit der Kochpinzette platziert, den Reis mit etwas Grün (Kresse oder was zur Hand ist) garniert.


Die erste halbe Stunde muss man nichts machen, vielleicht ein oder zwei Mal die Temperatur kontrollieren. Alle Teile köcheln blubbernd vor sich hin und man kann Zeitung oder ein Buch lesen, Blog-Beiträge schreiben, Socken bügeln oder sich mit den Gästen unterhalten und ein Vorspeise anrichten. Wer hungrige Gäste hat, kann für die Vielesser die Reismenge erhöhen und eine Teilportion der Hollandaise mit anderthalbfacher Buttermenge oder Sahne statt Milch zubereite. Nicht verwechseln und die richtigen Leute satt machen. Ein flexibles und im Grundkonzept vollwertiges Gericht, das saisonal und regional mit frischen Zutaten zu realisieren ist und auffordert mal auf den Wochenmarkt zu gehen und den Stand eines Bio-Bauern aufzusuchen. Das ganze Gericht kostet in Bio-Qualität weniger als 2€ pro Portion und hat weniger als 400 kcal.


Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Gemüsetopf mit Apfel und Berberitzen

Zutaten für 2 Personen: je 200 g Hokkaido-Kürbis, Kohlrabi, Pastinaken, Süßkartoffeln, Äpfel alles geputzt bzw. geschält und gewürfelt bis auf den Apfel, Saft von einer Zitrone, 1 El Bratöl Olive, 2 El Gänse- oder Entenschmalz (oder nur Olivenöl), 1 El Petersilie oder Speisechrysanthemen-Blätter, 1 El Bio-Berberitzen-Beeren,  je 1 Msp Macis-, Kumin-, Sumach- und Zimt-Pulver, 1/2 Tl Majoran, Salz, 1 El Schnittlauch-Röllchen zur Dekoration.
Den Ofen auf 90 bis 100 °C vorheizen, Keramikform anwärmen. Schmiedepfanne mit 1 El Olivenöl erhitzen. Das Gemüse kann man auch etappenweise vorbereiten während eine andere Sorte brät. Die einzelnen Gemüsesorten jeweils 4-5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anbraten. Das aufeinanderfolgende Anbraten und anschließende Nachgaren im Backofen berücksichtigt die unterschiedlichen Garzeiten dieser Gemüsearten.
Zuerst die Kohlrabi-Würfel auf 2/3 Hitze anbraten, in die Warmhalteform geben und im Ofen nachgaren lassen. Hitze steigern und die Würfel vom Hok…