Hausschlachtung

Das waren noch Zeiten, als man vom Tier Abschied nahm, es beherzt und schnell tötete und vor allem kein Teil verschwendete. Bis zur letzten Borste fand das Schwein seine Verwendung. Nichts wurde weggeworfen. Selbst die Jauche vom Auswaschen der Därme und Innereien wurde zum Düngen verwendet.

Der Mensch begegnete damals dem Tier, das sein Leben gibt um ihn zu nähren, auf persönlicher Ebene, Aug in Aug. Man kannte sein Essen, wusste, dass es nicht wieherte. Hatte erlebt wie es wuchs und gedieh, wusste welchen Preis es zahlt um zu Nahrung zu werden. Es war für die Menschen nur Essen, aber es war DAS Essen, der Schlachttag ein Freudentag, ein Schlachtfest. Soziale Zusammenkunft und Begegnung. Gemeinsame Zubereitung und gemeinsames Essen, Metzelsupp und Innereien, später Pökelfleisch, Geräuchertes und getrocknete Würste.

Was ist dem in der zeitgenössischen Lebenswelt gleich? Was ist als Nachfolge entstanden?

Sind wir als Gesellschaft wirklich ärmer in diesem Punkt? 

Anscheinend.



Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Parmesan-Cracker