Zünftige Strafen für Handwerker


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Im Mittelalter gab es eine Zunftregel, wer sich als Zunft- oder Gildemitglied vor der Arbeit drückte oder sich zwei Herren gleichzeitig verdingte, der wurde hart bestraft. Wer nach Ansicht eines Ratsherren seine Arbeit liederlich und ungenügend erledigte wurde bestraft. Generell konnte jeder Handwerker einer Zunft, der gegen deren Ordnung und die qualitativen Vorgaben verstieß, hart bestraft werden.

Wenn ich nun sehe, dass in Deutschland die Kirchen ihre eigene Gerichtsbarkeit und ihr eigenes Regelwerk seit dem Mittelalter relativ unberührt fortführen und praktizieren können, dann frage ich mich, warum nicht auch für die Handwerkszünfte diese archaischen Regelwerke praktizieren?

Die historischen Strafen für unzünftiges Verhalten waren:
  • Das Trudeln oder Hobeln - der Delinquent wird rücklings über ein Trudelholz oder eine andere harte Unterlage hin und her gezogen.
  • Das Schlitzohr - dem Delinquent wurde der Ohrring herausgerissen.
  • Geldbuße - wurde meist in zunftgemäßen Naturalien beglichen.
Da die Zünfte nur freie Bürger aus ehelicher Geburt aufnahmen, waren bei den Strafen Verstümmelung und Tod ausgeschlossen. Diese härtesten Strafen waren den Leibeigenen vorbehalten. 

Was heißt das für Handwerker, die einen Termin nicht einhalten, weil sie mehrere Aufträge für das gleiche Zeitfenster angenommen haben (zwei Herren dienen)? Oder zum vereinbarten Termin nicht erscheinen (vor Arbeit drücken)? Oder mangelhafte Arbeit abliefern (unzünftige Ausführung)? Oder das Ansehen der Zunft schädigen indem sie ungebührliche Preise verlangen?

Wäre das etwas für den Wahlkampf dieses Jahr? Ein Kanzlerkandidat setzt sich für die Wiedereinführung dieser Strafen ein und welchen Anklang könnte er damit finden? Meinen Zuspruch hätte er. Sollte sich jetzt ein Handwerker persönlich angesprochen fühlen, kann er leicht Abhilfe schaffen - einfach die alten Zunftregeln befolgen und sich zünftig verhalten.


Und nachdem ich mittelalterliche Vergehen und ihre Bestrafung angesprochen habe möchte ich auch an eine andere mittelalterliche Rechtspraxis aus Deutschland erinnern, die heute noch praktiziert wird. Es geht um den Ehebruch, bei dessen Bestrafung wurden Männer und Frauen unterschiedlich behandelt. Die ehebrüchige Gattin konnte zusammen mit ihrem Liebhaber getötet werden, ohne dass dafür Blutgeld oder Busse fällig wurde. Der Ehemann musste für einen Seitensprung nur eine monetäre Ablöse zahlen. Dieses Verfahren wird immer noch in manchen Regionen praktiziert. 

Update: Weil nicht jedem der Bezug klar ist, der Kanzler(Spitzen)kandidat der FDP, Rainer Brüderle, hat heute das Verbot der Inflation gefordert. Politik ist auch ein Handwerk, die Fraktion ihre Zunft.




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