Direkt zum Hauptbereich

Warmer Chicoree-Salat mit Gemüse der Saison


Die kalte Jahreszeit plagt uns noch, in manchen Gegenden hat neuer Schnee den Frühling mit weißem Hohn übergossen. Noch gibt es keine frische Freilandware aus der Region und Angebote aus regionalem Anbau beschränken sich noch auf das Wintersortiment. Angesichts des Angebots in meinem Stamm-Hofladen zogen verschiedene Rezepte für Rote Beete und Chicoree vor meinem inneren Auge vorbei. Fast hätte ich eine der längeren schlangenförmigen Beete gekauft, aber man soll sie weder schälen noch schneiden vor dem Garen, da sonst zuviel der attraktiven Farbe und anderer Inhaltsstoffe ausschwitzt und im Kochwasser landet.

Einer der Klassiker setzt darauf die Rote Beete in dünnen Scheiben nur zu grillen, das sollte man aber nur machen wenn sie frisch ausgewachsen sind und noch mit den Blättern gekauft werden. Eingemietet oder gelagert sind sie nicht mehr knackig genug, manche fangen schon an in rohem Zustand weich zu werden. Grillt man sie, werden sie zäh. Mein Kauf war fest, aber getraut habe ich der Sache trotzdem nicht. Also Rezept anpassen, erweitern und dann gleich richtig etwas eigenes und anderes daraus machen. Et voilà ...

Die Mengen im Folgenden sind für 2 Portionen als Hauptmahlzeit, die Beete sättigen ganz schön. 

Abgefangen habe ich mit dem Kochen von 300 g Rote Beete in etwas Wasser auf mittlerer Hitze für 20 Minuten im geschlossenen Topf. Kein Salz!

Währenddessen habe ich 4 El Cashew-Bruch mit einem 1/2 Tl Butter schnell und heftig angeröstet, dann zur Seite gelegt. Die drei Chicoree (150 - 200 g) wurden halbiert und die Schnittflächen mit einer Zitronenscheibe abgerieben, damit sie sich nicht verfärben. Einer der Chicoree hatte einen kräftig ausgebildeten Strunk, dieser wurde keilförmig ausgeschnitten. Die Hälften kamen dann mit den Schnittflächen nach oben schon mal auf ein Pizzablech zum späteren Grillen.

Griechischen Bio-Feta (1 Packung / 120-150g) mit einem kleinen Löffel in Krümel zerdrücken.

In einen Rührbecher ergänzte ich die Standardmischung für das Dressing aus Salz, weißer Pfeffer, 4 El Olivenöl (herzhaft) und 2 El Rotwein-Essig mit 2 El Orangensaft, 1 El Bio-Berberitzen aus Usbekistan und 1 El gehackte Pimpernelle statt der Standard-Petersilie. Frische Petersilie ist wesentlich dominanter im Geschmack und überlagert die anderen Komponenten, statt sie zu ergänzen.

Nachdem die Rote Beete nach 20 Minuten noch bissfest sind, werden sie heiß geschält und in ca. 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Diese Scheiben werden mit einer halbierten großen Knoblauchzehe abgerieben, mit ein wenig Olivenöl und Salz bestreut und dann von jeder Seite 3 Minuten auf kleinem Abstand unter dem Grill nachgegart. Sie sollten dabei keine schwarzen Ränder bilden, dürfen aber ins Schwitzen kommen.

Wenn die Beete aus dem Grill genommen werden, stellt man das Blech mit dem Chicoree für 2 bis 3 Minuten darunter und behält es im Auge, der Chicoree sollte sich ebenfalls nicht verfärben. Ist er fertig kann man sofort mit dem dekorieren beginnen.

Chicoree zu einer Lilie oder Krone auslegen, am Fuß mit den noch warmen Rote Beete belegen, jetzt 2/3 des Dressing darüber verteilen, die Feta-Krümel aufstreuen und die Nüsse. Nach etwas dunkeln Szechuan-Pfeffer aus der Mühle und wenn man einen jungen und milden Feta hat etwas Fleur du Sel.


Tipp: Man kann auch andere zarte und würzige Rüben verwenden, Mairübchen und runde Karotten, aber auch Rettiche oder Radieschen mit ihren Senfölen eignen sich zur Kombination. Die Berberitzen lassen sich durch Sultaninen ersetzen, nur bei den Nüssen muss man vorsichtig sein, intensive Aromen wie bei Walnüssen oder Pekannüssen bringen das Gericht aus dem Gleichgewicht. Als Ersatz kommen noch Mandeln in Frage, wer ein Luxusproblem hat kann Macadamie-Nüsse in Scheiben geschnitten verwenden.


Guten Appetit!





Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Parmesan-Cracker

Diesmal gibt es gleich zwei Rezepte in einem. Mit dem gleichen Basis-Teig kann man sowohl die Kräuter-Ausführung als auch die Variante mit Paprika backen. Ich teile den Teig immer in zwei Teile, mache dann mit einer Hälfte die Paprika-Variante (Paprika-Menge halbiert) und mit der anderen die Kräuterkekse.
Der Grundteig hat folgende Zutaten:
250 g Dinkelmehl 630 120 g Sauerrahmbutter, zimmerwarm 140 g Parmesan, fein gerieben oder in der Moulinette zerkleinert 120 g Sauere Sahne 1/2 TL Salz 1/4 TL feingemahlener weißer Pfeffer 1/4 TL Bockshornklee, gemahlen 1/4 TL Kurkuma
Aus diesen Zutaten einen Teig kneten, eine 3 cm dicke Rolle formen, in Küchenfolie einwickeln und mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank legen.
Für die Paprikavariante braucht man noch 100 g Mini-Paprika. Gemüsepaprika haben eine zu dicke Wand und die Kekse sind dann nicht haltbar, vielleicht bekommt man Roma- oder Spitzpaprika mit dünner Wand, dann kann man die auch nehmen. Jedenfalls muss man sie in Streifen schne…