Rauhnacht am Bodensee




Die Nacht war noch jung, aber kein Widerschein der Sonne hing über dem Horizont, kein Mond und keine Sterne am Himmel. Es war jener Moment, als der Nebel vom See kam und Richtung Land zog, jener Moment als er die Hafeneinfahrt berührte, innehielt und verharrte. Gebannt von einer unsichtbaren Grenze am Rande der Stadt. Welch Bann mochte die Insel schützen?

Es ist Rauhnacht, die Wilde Jagd ist unterwegs sich ihren Seelenzoll zu holen. 


Die Stadt ist fast leer. Ganz leer. Wo ist der alte Mann, der gerade noch auf der Steinbank saß? Keine Schritte auf dem Pflaster. Nur Stille. Kein Windhauch. Trotzdem kriecht der Neben zurück auf den See. Der alte Mann bleibt verschwunden. Keine Schritte hallen durch die leeren Straßen.


Niemand ist zu sehen. Die Stadt ist menschenleer. Die Stille liegt wie ein bleiernes Tuch über der Stadt. Am alten Rathaus rutscht der Zeiger der Uhr klackend weiter. Die volle Stunde nach Mitternacht ist erreicht. Es wird kälter. Immer kälter. Ich bin noch da.

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