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Hollerküchlein


Für dieses klassische Gericht braucht man pro Person 3 bis 4 schöne, große Holunderblüten mit Stiel. Die Blütendolde muss komplett sein, die Blüten sollten in der Mehrzahl geöffnet sein und noch keine verblüht, keine kahlen Stellen an der Dolde. Vorsichtig waschen und gut abtropfen lassen, beim Schütteln sollte kein Wasser mehr spritzen.


Für 12 Blüten braucht man folgenden Teig:
  • 3 Eier Größe M
  • 2 EL sprudelndes Mineralwasser und 1 TL Zucker
  • 2 TL Rohrohrzucker
  • 2 EL Sahne
  • 6 EL Dinkelmehl
  • 1/2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 MSp Salz
  • 6 EL Rapsöl
Alles zu einem dünnflüssigen Teig verrühren und 5 Minuten stehen lassen, dann nochmal gründlich durchrühren. 



In einem tiefen Topf einen Daumenbreit Erdnussöl oder Frittierfett erhitzen. Wenn es anfängt Schlieren zu ziehen oder ein eingetauchter Holzlöffelstiel sofort Dampfblasen wirft, dann ist es heiß genug. Es sollte 180°C und mehr haben. Parallel den Backofen auf 60°C Ober/Unterhitze vorwärmen und ein Blech mit Küchenkrepp einschieben um die Hollerküchlein warmhalten zu können.

Eine Blüte in den Teig tauchen, vorsichtig ein bisschen nach links und rechts bewegen, um alle Teile mit dem Teig zu benetzen, dann hochheben und überschüssigen Teig zurücktropfen lassen. Die teigbedeckte Blüte in das heiße Fett stellen. Backen bis sich die Ränder leicht bräunen, wenden und die andere Seite ebenfalls braun backen. Eine große Küchenpinzette leistet dabei gute Hilfe.

Roher Holunder enthält den Giftstoff Sambunigrin, die Blüten sind deshalb schwierig auszubacken, man zerstört das Toxin mit Hitze, aber zu viel davon und man zerstört auch den köstlichen Geschmack. Mit nur einem Fingerbreite heißem Öl frittiere ich nur den oberen Teil mit den Blüten ein bisschen, dann wende ich die Blüte und brate sie von der anderen Seite. Die eingehüllten Blüten werden von dem luftigen Teig, der als Isolierung funktioniert, abgeschirmt. Deshalb habe ich das Backpulver gegenüber früheren Jahren verdoppelt, luftiger und flauschiger, mehr Wärmedämmung, mehr Geschmack. Und nicht zuviel Öl, die jeweils andere Seite der Blüte sollte noch herausschauen und nur leicht vom brutzelnden Öl berührt werden - siehe Foto oben.

Die ausgebackenen Blüten in den Ofen auf dem Küchenkrepp abtropfen lassen und warmhalten bis alle Blüten gebacken sind.

Auf kalte Teller mit einer Kugel Eis (Vanille, Kokos, Straciatella) servieren und mit Puderzucker bestreuen. Zusätzlich kann man noch eine Rosenblütenmischung zur Dekoration verwenden.

Guten Appetit!




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