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O Tempora, o mores Teil 2 - Bluffdale ein Bluff?


Ta, ta, xa, ta, ra, ga, rauschen die Daten, Yotta, Zetta, Exa, Peta, Tera, Giga, Byte für Byte. Ein Yotta-Byte an Daten soll das neugebaute NSA-Datawarehouse beherbergen können. Jeder, der mit Mathematik nicht auf Kriegsfuß steht sollte an diesem Punkt stutzig werden.

Ein Yotta-Byte sind 1000 Milliarden Tera-Byte, 1000 mal 1000 Millionen, Tera-Byte! Für jeden Menschen auf der Erde 150 Terabyte Speicherplatz. 

Welche Speichertechnologie setzt die NSA ein? Festplatten? SSDs? 

Die größten freiverkäuflichen Festplatten haben zur Zeit (Juni 2013) vier Terabyte Kapazität und kosten rund 1000 US$, ergibt einen Terabyte-Preis von 250 US$. In Form von 1 Terabyte-HDDs würde das Terabyte nur 60 US$ kosten. Das gäbe bei dieser Technologie Speicherkosten zwischen 60 und 250 Billionen US$ - 60000 Milliarden bis 250000 Milliarden US$ - dafür müsste das komplette US-amerikanische BIP von vier bis hin zu 15 Jahren aufgewendet werden ohne dass Geld auch nur für einen Furz übrig bliebe. Da die Festplatten alle 5 Jahre ersetzt werden müssten wäre das ein Bindung allen Geldes, das in den USA irgendwo zirkuliert für diesen Zweck, für ewige Zeiten. Nebenher verhungert die Bevölkerung. 

Eine derartige Festplatte verbraucht im StandBy etwa 6 Watt, das wären 6 Millionen Gigawatt Leistungsaufnahme im StandBy. Das typische US-Kernkraftwerk hat 1 (ein) Gigawatt Leistung. Womit wir für dieses Speicher-Array die schlichte Anzahl von 6 Millionen neuen Kernkraftwerken bräuchten. Diese bräuchten als Bedienungsmannschaft die komplette Bevölkerung der USA, Kanadas und Mexikos, vom Baby bis zum Greis.


Diese Variante kann es demnach nicht sein. Machen wir aber bei der Gelegenheit die Gegenrechnung wieviel sich die USA denn leisten könnten. Mit 100 Milliarden jährlichem Aufwand für den Cyber-Krieg könnten sie 60 Milliarden US$ für Hardware aufwenden. Damit ließe sich ein Tausendstel dieser Kapazität aufbauen. 1 Zetta-Byte oder 150 Gigabyte pro Erdbewohner außerhalb der USA. Das klingt plausibler, aber trotzdem eine drastische Überdimensionierung. Ach, halt, der Stromverbrauch - damit wären wir bei 6000 Kernkraftwerken. Gehen wir von einem zusätzlichen Verbrauchsmanagement aus und nur 0,5 Watt pro Terabyte, dann wären wir bei 500 Gigawatt. Also nochmal Faktor 100 rausnehmen und wir sind bei 600 Millionen US$ für Hardware im Jahr und zwei neuen größeren KKWs, die auch noch Redundanz bieten.

Mit Festplatten sind 10 Exa-Byte eine realistische Größe. 

Und wie sähe es mit aktueller und schneller SSD-Technik aus? Das Yotta-Byte würde 100000 Gigawatt benötigen, wofür man mit Redundanz rund 100000 Kernkraftwerke benötigen würde. Bizarr. Setzt man 0,25$ pro GB bei SSDs an wären das allein für den SSD-Speicher 250 Mrd. $ an Beschaffungskosten.

Entweder kommt eine neue und öffentlich unbekannte Technik zum Einsatz oder irgendjemand redet Quark. Oder das Projekt bedient sich der Technologie aus dem Comic "QRN ruft Bretzelburg". Es ist nur ein potemkinschen Dorf um den Haushältern der Regierung Geld aus dem Beutel zu leiern. Ein "con act" oder Trickbetrug.

Und wofür das Ganze? Terrorismus?

Seien wir mal objektiv, allein in Deutschland wurden seit 2001 mehr Menschen durch betrunkene Autofahrer getötet oder verletzt als Amerikaner durch terroristische Aktivitäten im gleichen Zeitraum auf der ganzen Welt. Und es gibt mehr Amerikaner ...

... werden deshalb derartige Maßnahmen gegenüber Fahrzeuglenkern ergriffen? 100% Sicherheit? Sicherheitsbeamte in Kneipen? Zwang alles durch Trinkhalme zu saugen, die an Analysatoren angeschlossen sind, die zu einer permanenten Überwachungszentrale melden? Versteckte Überwachungskameras in den Spirituosenregalen?

Terrorismus zählt wie Passivrauchen, Straßenverkehr und genveränderte Lebensmittel zu den Lebensrisiken, die existieren, aber (noch) erträglich und akzeptabel sind. Dagegen zählt permanente Überwachung, gegen die die StaSi ein Kasperleverein ist, zu den unerträglichen Lebensumständen.

Freiheit und Privatsphäre gegen Sicherheit und Unannehmlichkeiten aufzuwiegen ist schändlich. Dies auch noch von einem Staat, der seine schiere Existenz dem Freiheitsgedanken und der Ablehnung von Kontrolle und Gängelung durch überseeische Imperialisten verdankt, ist beschämend. Damit haben sich die USA von ihren Idealen verabschiedet, Präsident Obama ist der neue Augustus FitzRoy und die Sondererlasse zu Prism und den ganzen HSA/NSA-Strukturen sind schlimmer als Townshend Act oder Stamp Act.

Was könnte passieren wenn Obama und die USA ihr Vorgehen nicht revidieren? Am 240. Jahrestag der Boston Tea Party, dem 18. Dezember 2013 könnten europäische Bürger in ihren Häfen amerikanische Waren ins Wasser werfen, iPhones, Heinz-Ketchup oder Dosen mit Budweiser. Europa könnte seine Datenleitungen, Satelliten-Links und Geschäftsverbindungen kappen. Es würde wahrscheinlich nur die Kolonie auf den britischen Inseln unter der Regentschaft des Statthalters Cameron verbleiben. Keine guten Aussichten für ein Land am wirtschaftlichen Abgrund, das sich Eskapaden schon lange nicht mehr leisten kann.

Es gibt einen Film aus dem Jahr 1997, "Fletcher's Visionen (Conspiracy Theory)", in dem ein paranoider Taxifahrer seine Wohnung in ein Gefängnis verwandelt, die USA sind diesen Weg gegangen, sie haben ihr Land in die Zuflucht eines manischen Depressiven umgebaut, ihre Konspirationstheorie ist die terroristische Bedrohung. Sie handeln, als wäre dieser Plot für sie real. Delusional Disorder.


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