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Schweinebraten in Honig-Senf-Kruste


Heute war ich auf "überraschenden" Besuch vorbereitet und hatte einen Schweinebraten eingekauft. Genauer gesagt einen Schweinelachs. Dieser wird gut 30 Minuten bei Umluft 160°C im Ofen geschmort, dann kommen geschälte Zwiebel dazu und die Temperatur wird auf 130°C reduziert und 45 Minuten fertiggegart. Man könnte ihn auch 4 Stunden bei Niedertemperatur garen, aber der dabei entstehende Geschmack befriedigt mich nicht. Die NT-Methode eignet sich meiner Ansicht nach nur für dunkle Fleischsorten wie Rind, Lamm oder Putenkeule, bei den hellen Fleischsorten entwickelt sich ein "Schlachthaus"-Geschmack, der mir persönlich nicht zusagt.

Bevor er in den Ofen kommt bedarf er aber noch einiger Vorbehandlung, ringsum mit Salz einreiben und mit Pfeffer feingemahlen würzen. Dann kurz und scharf in der tiefen Pfanne in reichlich Öl anrösten.


Dann wird er auf der Oberseite mit einer Mischung aus 1 Teelöffel Zitronen-Curry und je 3 Esslöffel aromatischem Honig und körnigem Senf dick bestrichen und in einen Bräter gesetzt. Dazu kommt ein Schnapsglas voll Calvados und jetzt kann er in den Ofen. Ein weiteres Schnapsglas Calvados gibt man dazu wenn die Zwiebel dazukommen und die Temperatur reduziert wird.


Zehn Minuten vor Ende der Garzeit kommen noch 100 ml Sahne dazu, die man kalt mit 1/4 Tl Stärke verrührt hat. Hat man die Sauce gerne sehr flüssig und nicht cremig, dann die Stärke weglassen.


Den Braten in Scheiben schneiden und sofort servieren.


Als Sättigungsbeilage habe ich breite Nudeln (Fertigprodukt) gewählt. Wenn ich heute morgen nicht noch Brötchen gebacken hätte und die ganze Teigzubereitungsmaschineriehandwerkszeugschüsselgeschichte in der Spülmaschine aufs Putzen warten würde, dann hätte ich vielleicht noch frische Pasta gemacht. Aber meine Küchenausstattung hat Grenzen, die der vorhandene Platz in den Schränken setzt. Und nachdem zu den Küchenschränken inzwischen nicht nur Schränke im Esszimmer sondern auch im Flur, Wohnzimmer und Büro zählen, gibt es nur einen Satz für die Teigzubereitung.

Sättigungsbeilage ist eigentlich nicht ganz korrekt, es ist die Befördere-Sauce-in-den-Mund-Beilage.

Als Gemüsebeilage kommt saisongemäß Spargel zum Einsatz, zuerst ein paar halbierte Cherry-Tomaten in der tiefen Pfanne (mit dem Anbrat-Öl des Bratens) auf großer Hitze 3 Minuten anrösten, dann die Spargelenden dazu, 5 Minuten auf 2/3 Hitze weiterbraten, die Köpfe dazu und 5-6 Minuten gar rösten. Auf Küchenkrepp entfetten und möglichst sofort servieren, also 15 Minuten vor dem Garende des Bratens mit dem Gemüse loslegen. Das Nudelwasser sollte da auch schon heiß werden, wenn man nicht Baguette dazu reicht.


Guten Appetit!




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