Alu-Küchengeräte, Spätzlepressen und Irrtümer


Die Geschichte beginnt mit einem Routinecheck an der alten Spätzlepresse aus Aluminium. Die Gesundheitsgefahren durch Aluminium in der Nahrung sind umstritten, aber unabhängig davon gibt es einen Punkt an dem gerade Küchengeräte aus Zink-Aluminium-Druckguss anfangen abzufärben und dann unappetitliche schwarze Flecken auf dem Essen entstehen. Selbst wenn dieser Metallabrieb nicht gesundheitsschädlich sein sollte, will ich ihn nicht im Essen haben. Gibt man ein derartiges Gerät in die Spülmaschine tritt dieser Effekt sofort auf, deshalb muss man diese Teile mit der Hand spülen. Aber auch dann dauert es nur länger bis die schützende Oxidschicht auf der Oberfläche abgenutzt ist und der Abrieb auftritt. Ich reibe die die Geräte deshalb kräftig mit Küchenkrepp ab, schon um Staub zu entfernen und dann erkennt man, wenn der Moment des Abschieds gekommen ist. Anfang der Woche war es soweit, die Vorbereitung fürs Ostermenu liefen an und diesmal sollten es nicht meine dicken Spätzle sein, sondern dünne, runde aus der feinen Presse. Länger nicht benutzt wurde sie gleich beim Auspacken kontrolliert und siehe da, siehe obiges Foto. Sollte sich in zehn Jahren oder später herausstellen, dass größere Dosen Aluminium in der Nahrung doch für Demenz und Alzheimer verantwortlich sein können, dann möchte ich nicht mit unter den Opfern sein.

Der Ersatz soll nun eine Spätzlepresse aus Edelstahl sein. Da gibt es ein reichhaltiges Angebot, bei denen eine austauschbare Lochscheibe in einem Napf liegt und mit dem Pressstempel der Teig in das Kochwasser gedrückt werden kann. Das hatte ich vor Jahren probiert und die Scheibe musste dann immer vom Stempel gefummelt werden, an dem sie mit dem Teigrest kleben blieb. War der Dampf besonders stark, kam es sogar zum Anbacken. Dann steht noch von Rösle die Kombipresse 16275 für Spätzle und Kartoffeln in den Katalogen. Diese war bereits Geschenk an die Verwandtschaft, hatte sich dort bewährt und die Entscheidung fiel sie auch für den eigenen Haushalt anzuschaffen. 

Anfang der Woche via Amazon bei Butch in Düsseldorf bestellt, rasch geliefert, ausgepackt - enttäuscht - im Paket war die Kartoffelpresse 16285 ohne Spätzleeinsatz. Abgesehen davon, dass die billiger wäre, wollte ich ja gerade den Spätzleeinsatz mit den kleinen Löchern, den es separat nicht gibt. Eine Kartoffelpresse habe ich erstens, zweitens stampfe ich Kartoffeln und presse sie nicht. Püriertes Essen für Zahnlose steht nicht auf meinen Kochplänen.

Geärgert, reklamiert, und es stellte sich heraus, die Kombipresse wird nicht mehr hergestellt und der Hersteller hatte den Händler mit der Kartoffelpresse als Ersatz beliefert ohne gesondert darauf hinzuweisen. Ich wurde von Butch mit einem Rücksende-Freietikett und -Lieferschein versorgt und der nette Herr vom Kundendiest schickt als "Entschädigung" ein Spätzle-Schabesieb aus Edelstahl. Eine nette Geste und mal sehen ob es dann wenigstens anständige Knöpfle gibt. 

Frustrierend ist nur, dass auch hier wieder das anscheinend letzte Modell einer Produktgattung vom Markt verschwunden ist ohne dass es irgendwo Ersatz gibt. In solchen Fällen sollte es eine gesetzliche Pflicht geben, einen Datensatz für 3D-Drucker unter CC-Lizenz zur Verfügung zu stellen. Dann könnte man sich wenigstens selbst Ersatz herstellen. 

Besonders ärgerlich war es diese Woche, weil auch zwei andere Bestellungen, eine online und eine im örtlichen Fachhandel auch mit einer Produktvertauschung endeten und das Gewünschte dann nicht mehr lieferbar war. Aber im Online-Handel gab es eine handfeste Entschuldigung, im örtlichen Fachhandel nur ein Schulterzucken. Vielleicht ist das eine allgemeine Erscheinung und mit ein Grund warum die Marktanteile des Online-Handels wachsen. Der lokale Fachhändler mag gut sein, aber das Bessere ist der Feind des Guten.


Frohe Ostern!



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