Das patriotische Manifest


Ich sehe Patriotismus in der Denkweise von Habermas, als Einstehen für die abstrakte Verkörperung des Staates als "Idee" als "Gedanke", als virtuelle Gesamtheit von Menschenrechten, Demokratie, Aufklärung, Vormärz, Toleranzedikt, die ganze Entwicklung und Geschichte unseres politischen Seins. Wobei dieser "Staat" bzw. seine Idee inzwischen nicht mehr an nationale Grenzen, Ethnien, Sprachen, Kultur oder andere Aspekte gebunden ist, er ist universell.

Wir sind gerade dabei über die alten Grenzen des Denkens, die Beschränkungen der Gesellschaft und die Fixierung auf Konventionen hinauszuwachsen. Aktuelle Ereignisse in der Kultur und der Zeitgeschichte zeigen uns diese Veränderung täglich. Sei es, dass sich immer mehr Menschen in soziale Netzwerke einbringen, egal ob FB, G+ oder VKontakte und Weibo, egal ob popkulturelle Phänomene wie Gangnam Style oder Lady Gaga, Miyazaki oder die Verehrung van Goghs, egal ob die Begeisterung für kulinarische Exotik von Kaiserschmarrn, Döner, Borschtsch und Ramen - wir sind dabei eine globale Kultur zum Ausdruck zu bringen, die längst existiert.

Wir Menschen entwickeln daraus eine globale "Nation", eine "Internation". 

Nicht getragen von eng umgrenzten Kulturformen oder Traditionen, nicht getragen von einer einzelnen Sprache oder geografischen Herkunft, sondern vom Gefühl ein Mensch unter Menschen zu sein, mit den gleichen unveräußerlichen Rechten, dem Anspruch auf Würde, Freiheit und Lebensglück. 

Wir sind ein Volk und das "Vaterland" beginnt in unserem Herzen und spannt sich einmal um die Erdkugel und endet wieder dort. 

Zuviel Pathos? Nein, zuwenig. Wie soll das Erbe der Aufklärung bestehen gegen den Geist des Faschismus und der Ignoranz, wenn man die Idee der Vernunft, der Gleicheit und der Freiheit nicht leuchten lässt, nicht im ganzen Glanz ihres Wertes und ihrer Bedeutung präsentiert?

Die Globalisierung findet statt, der Mensch findet sich in diese neue Wirklichkeit hinein und er findet sich wieder. Die meisten jedenfalls, nicht alle. Denn dieser Vorgang bedarf der Begleitung, der Erläuterung und des Verständnisses. Er bedarf nicht mehr wie früher der Führung, Bevormundung und Lenkung. Ein Teil der Menschen erkennt das noch nicht, ist nicht in der Lage diesen Wandel zu akzeptieren und mitzutragen. Dieser Teil kann aufgrund des persönlichen Werdegangs und einer meist einseitigen Bildung weder die Art noch den Nutzen dieses Wandels erkennen. Dieser Teil sucht und strebt nach der untergegangenen Führung, Bevormundung und Lenkung der vergangenen Epochen. 

Dieser Blindheit muss man Aufklärung entgegensetzen, Enlightenment wie es im Englischen heißt. Die aufklärerische Erleuchtung, dass diese neue globale Gesellschaft keine Gefahr ist, sondern Chance. Keine Bürde und Bedrohung, sondern Hilfe und Sicherheit. Es gilt sich dieser Angst entgegenzustellen und den betroffenen Menschen zu sagen, wage es, lass die Angst hinter dir und habe Mut, vertraue Dir selbst und sei ein Teil davon. Sei ein Patriot dieses Planeten, der Menschenrechte und der Menschlichkeit.

Wir sind das Volk die Menschen! Wir alle!




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