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70 Jahre Attentat vom 20. Juli 1944


Carl Friedrich Goerdeler
* 31. Juli 1884 in Schneidemühl, Provinz Posen; † 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee

Wir feiern den siebzigsten Jahrestag des Attentats vom 20. Juli und mehr, nicht nur den Versuch des Tyrannenmordes, sondern auch des Staatsstreich der das NS-Regime stürzen sollte und die Verfassung und die Demokratie wiederherstellen. Kanzler einer Übergangsregierung bis zu freien Wahlen sollte Carl Friedrich Goerdeler sein. Er war der zivile Führer des Putsches.

Wie die meisten der Männer und Frauen, die Teil des Putsches waren, war Goerdeler ein Monarchist und schätzte am Anfang den Aufstieg der Nazis. Er hoffte wie viele Deutsche auf eine Rückkehr zur konstitutionellen Monarchie. Die Mitglieder der Verschwörung waren nicht nur Feinde der Nazis, sie waren auch Feinde der Republik.

Die Monarchisten ebneten den Weg für Hitler und seine Verbrecherbande, aber einige von ihnen, wie Goerdeler, versuchten das angerichtete Chaos aufzuräumen und mit dem Mord am Tyrannen zu beginnen. Sie haben Verantwortung übernommen, für ihr vergangenes Handeln und Dulden und für all die, die selbst keine 

Das verdient Respekt.


Aber sie waren weit entfernt von den Menschen- und Bürgerrechten, die wir heute für selbstverständlich hakten. Sie wollten die gute alte Zeit des Kaiserreichs zurück, nicht eine moderne und säkulare Republik. Sie waren Helden, die versuchten das Richtige zu tun, Patrioten, die versuchten ihr Land zu retten. Ihre politische Ideologie und Pläne für den Staat sind inzwischen indiskutabel, aber die Zeiten haben sich geändert. Wir wissen nicht, wofür diese Leute für heute stehen würden. Es ist einfach, auf ihren Schultern und auf denen der Gründungsväter der neuen Republik zu stehen und eine andere politische Philosophie zu haben. 

Goerdeler und die anderen Widerstandskämpfer des 20. Juli sind Vorbilder an Persönlichkeit und Charakter - nicht mehr, nicht weniger. Der 20. Juli ist ein wichtiges Symbol der politischen Kultur, als Akt des Widerstandes gegen Tyrannei.



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