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KeyMe & Co. - Einbrechen auf die leichte Tour


In Zukunft braucht man kein Einbruchswerkzeug mehr, keine speziellen Kenntnisse oder große kriminelle Energie um irgendwo einzubrechen, man braucht nur ein Foto des Schlüssels.

Am einfachsten geht es wenn man den Schlüssel als Original hat, es geht aber auch mit einem detailreichen und parallaxenfreien Bild, das freigestellt ist. Und einer Smartphone-App. 

Die Schlüssel-Scans sind die Grundlage für den 3D-Druck des Schlüssels. Die Anbieter wie KeyMe, KeysDuplicated oder Keysave versprechen einem von den Sorgen und Problemen mit Aussperren, vergessenen Schlüsseln und ähnlichen Anlässen zu befreien. Noch gilt das direkt und unmittelbar nur in Städten, in denen bereits 3D-Print-Automaten stehen und 24/7 Schlüssel ausspucken. An anderen Plätzen ist man auf kooperierende Schlüsseldienste, Baumärkte und den Postversand angewiesen.

Jeder der Zugang zum Schlüssel hat kann damit ein Duplikat erstellen lassen. Damit kann man sich im Bedarfsfall auch ein entsprechendes Foto von einem Dritten zuschicken lassen, bei dem man ein Exemplar des Schlüssels in Verwahrung gegeben hat oder auf ein archiviertes Foto des Schlüssels.

Womit sich der Vorteil ergibt keine physischen Kopien mehr aufbewahren zu müssen, aber auch der Nachteil, dass jeder mit einem entsprechenden Foto Zugriff auf das Schloss und die zugehörige Türe bekommt. Daher sollte man sich überlegen wem man Zugang, auch nur kurzzeitig, zum Original gewährt. Oder ob man Fotos vom eigenen Schlüssel unter Hashtags wie #showmeyourkeys in sozialen Netzwerken postet. Ein unbeaufsichtigter Schlüsselbund am Arbeitsplatz, im Fitnessstudio, der Sauna oder im Hotel wird zur einfachen Quelle für Duplikate.

Die Serviceanbieter verweisen allerdings darauf, dass derart erstellte Schlüssel über die Verifizierung der Nutzer eindeutig zugeordnet werden können und es möglich ist den Ersteller der Kopie zu identifizieren und im Missbrauchsfall dingfest zu machen. Allerdings sind Identitäten online leichter als in der analogen Welt zu fälschen, es braucht weniger Können und kriminelle Energie, eine gestohlene Kreditkartennummer genügt.


Wer sich einerseits vor diesem Missbrauch schützen will, andererseits aber den Vorteil preisgeben mag, der kann auf Schlüsselsysteme mit zusätzlichen konstruktiven Merkmalen, wie nicht sichtbaren Magnetkodierungen, ausweichen. Auch elektronische Systeme auf NFC-Basis sind bei dieser Kopiertechnik außen vor. 100% Sicherheit garantiert kein Schließsystem, am Ende hat der Eindringling immer die Option der brachialen Gewalt an der schwächsten Stelle des Raums - er wird dann durch ein Fenster einsteigen.


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