Religionsfreiheit und PEGIDA


PEGIDA-Märsche richten sich gegen die Islamisierung, gegen die Scharia und ihre Präsenz in Deutschland und Europa. Aber ist das eine sinnvolle Forderung? Klären wir zuerst diesen offiziellen Anspruch der Bewegung.

Kann ein demokratischer Staat, in dem die Menschenrechte gelten, etwas gegen jemanden unternehmen, der die Scharia für sich selbst anwendet? Nein, Nichts! Ein Teil der unveräußerlichen Menschenrechte ist es, dass jeder sich entscheiden kann Selbstmord zu begehen, sich selbst zu demütigen und zu quälen. Und diese Möglichkeit schließt die Scharia ein. 

Religionsfreiheit erstreckt sich auf jegliche Form der Religion - nicht nur auf eine Auswahl, die einer gewissen Moral entspricht oder sympathisch wirkt.

Werden religiöse Gesetze (einschließlich von Scharia, Leviticus und Pentateuch) zwangsweise auf Menschen in Deutschland angewendet, so ist das schlicht und einfach illegal. Ausgenommen die Beteiligten haben sich in den vorgesehenen Grenzen gegenseitig die Zustimmung gegeben. Man kann jemand erlauben den eigenen Körper zu verletzen, aber nicht eine Tötung vorzunehmen. Diese Genehmigung kann man aber niemals für Dritte erteilen, wenn diese minderjährig oder kognitiv eingeschränkt (behindert) sind.

Wir brauchen keine Montagsmärsche in zivilisierten Ländern um dies festzustellen. Diese Rechte und die Sicherheit der Menschen in Deutschland vor Separatjustiz und religiösen Zwangsregeln wurden über die Jahrhunderte blutig erkämpft. Wir sind ein säkulares Land, eine Republik, ein Verfassungsstaat mit individuellen Rechten. 

Ein Marsch gegen Islamisierung und Scharia wäre wie ein Marsch gegen Mord oder Vergewaltigung. Es ist illegal, es kann nicht mehr als verboten werden. Es ist scheußlich, es kann durch Demonstration nicht ekelhafter werden. Es ist anachronistisch und das ist auch nicht steigerungsfähig. Man kann die Regierung nicht auffordern mehr zu tun, es ist bereits illegal und die Strafverfolgungsbehörden haben den Auftrag jeden Verstoß zu verfolgen und zur Anklage zu bringen.


Kommen wir jetzt zu den Forderungen, die über die Parole hinter der Abkürzung PEGIDA hinausgehen. Die Forderungen und Ansprüche, die Inhalt der Reden und Poster auf den Demonstrationen sind. Dort wird das umfassende und uneingeschränkte Recht von Flüchtlingen auf Aufenthalt in Frage gestellt. In Deutschland ist dieses Recht Teil des Asylrechts. 

Ursache für den Anstieg der Flüchtlingszahlen und Asylanträge ist die Verfolgung von Menschen durch islamistische Bewegungen in Afrika und der afrikanisch-europäischen Landbrücke, den so genannten Nahen und Mittleren Osten. Diesen Menschen droht eine ungehemmte Anwendung der Scharia und ihr Leben wird bedroht, wenn sie sich nicht unterwerfen.

Diesen Menschen das Recht auf Asyl abzusprechen, weil sie anderem Glauben anhängen, abweichende politische Positionen oder sexuelle Orientierungen haben oder schlicht in ihren Menschenrechten beeinträchtigt werden, stärkt islamistische Bewegungen wie Boko Haram oder ISIS.

Es belässt den Extremisten in den Kriegsgebieten Geiseln, weil die Betroffenen weniger Möglichkeiten zur Zuflucht haben. Jeder Flüchtling in Deutschland ist eine verlorene Geisel für die islamistischen Bewegungen und reduziert ihre Macht religiöse Gesetz durchzusetzen und eine Theokratie zu errichten.

Die große, große Mehrheit der Islamismus- und Scharia-Opfer auf dieser Welt sind Muslime. Vor allem muslimische Frauen. Und Kinder. In muslimischen Ländern und Kriegsgebieten. In Syrien, Irak, Saudi-Arabien, Nigeria, Tschad und anderen Ländern.

Und ein Marsch gegen muslimische Flüchtlinge, gegen Moscheen, für die Durchsetzung christlicher Regeln (Leviticus), für die Intensivierung christlichen Traditionen, ist eine Stärkung der Möglichkeiten und Gelegenheiten um Menschen durch religiöse Gesetze zu missbrauchen und zu unterdrücken.

Diese Märsche helfen nicht die Welt sicherer und säkularer zu machen oder sie zu einem besseren Ort zu machen. Im Gegenteil. Unterstützt Flüchtlinge, unterstützt das Asyl, helft den Menschen und besonders den Kindern. Damit sie in Frieden und Freiheit leben können, unbehindert lernen und teilhaben können an der Welt.


Giving shelter is a mighty sword against the evil in this world!





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