Direkt zum Hauptbereich

Bratwurst im Brotmantel - alles mit Bärlauch


Diesmal sind Mengen für 6 Portionen bzw. für 6 Bratwürst ausgelegt. Bratwürste, die man  fertig beim Metzger kauft und die 120-150g pro Stück wiegen sollten.

Für den Teig braucht man
  • 500 g Dinkelmehl 630
  • 2 Würfel Hefe (20-30 g), 30 Minuten zimmerwarm werden lassen
  • 1 TL Salz
  • 350 ml Wasser (oder 350 g, abgewogen ist genauer), ebenfalls zimmerwarm
  • 30 Bärlauchblätter, kleingeschnitten, entspricht 6 TL
Als Variante kann man auch halb/halb Bärlauch mit Sauerampfer mischen. Hat man Würste mit anderen Kräutern kann man selbstverständlich diese Kräuter verwenden. Meist sind in den Bratwürsten Majoran, Oregano usw., einfach den Metzger fragen was drin ist - oder das Etikett lesen. 

Für den Teig das Mehl in eine Rührschüssel sieben, die Hefe in Krümeln über das Mehl verteilen und dann sanft mit den Händen mit dem Mehl verkneten. Wichtig ist es, es mit den Händen zu machen, damit die nötige Wärme an die Hefe kommt. Das Salz und den Bärlauch untermengen.

Das Wasser zugeben und mit dem Knethaken und der großen Küchenmaschine auf 1/3 Geschwindigkeit, nicht zu schnell, mindestens 10 Minuten kneten. Der Teig sollte sich eigenständig von der Wand der Schüssel lösen und einen geschmeidigen Batzen bilden. Sollte der Teig nach 15 Minuten noch an der Schüssel kleben, versuchsweise das Tempo erhöhen und bei ausbleibendem Erfolg geringe Mengen Mehl hinzufügen bis sich der Teig löst. Wahrscheinlich haben sie dann das Wasser mit dem Messbecher abgemessen und nicht gewogen. Oder sie haben feines Weizenmehl genommen, da hätten sie dann auch nur 300 ml Wasser nehmen dürfen.

Den Teig 45 Minuten in der zugedeckten Schüssel gehen lassen. Er sollte sich bis aufs dreifache ausdehnen.

Herausnehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 6 Teile aufteilen, jeden zu einem länglichen Fladen ziehen, die Bratwurst darauf legen, die beiden schmalen Enden des Teigfladens über die Wurst legen und dann durch Rollen die Wurst einhüllen. War der Fladen zu klein, kann man ohne Probleme noch am Teig herumziehen um die Hülle komplett zu kriegen. Mit Dinkel und seinem Vintage-Gluten ist das kein Problem. 

Ich bestreue die Wurst/Teig-Rolle noch mit Sesam, damit sie sowohl etwas nussigen geschmack bekommt, es netter aussieht und vor allem die Rolle beim Backen nicht am Boden festbackt - für den Fall dass die Wurst platzt und Flüssigkeit ausläuft. Die Würste sollten deshalb an den Ende gut zugedreht sein und nicht angeschnitten.

An der Stelle kann man sie in bemehlte Haushaltsfolie einpacken und einen halben Tag im Kühlschrank aufbewahren, sie lassen sich so für eine abendliche Party vorbereiten und auf ein Backblech passen einige davon. 

Die vorbereiteten Würste auf ein Backblech legen, idealerweise mit Backpapier ausgelegt, und 30 Minuten nochmal gehen lassen. In dieser Zeit den Backofen auf Umluft 250°C vorheizen.

Ist die Zeit gekommen, das Backblech auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 5 Minuten bei voller Hitze backen, dann auf 200°C reduzieren und weitere 10 Minuten fertig backen.


In der Zeit kann man einen Salat als Beilage richten.

Vorsicht, vor dem Servieren sollte das Backwerk rund 5 Minuten ruhen, weil sich sonst die Gäste die Zunge verbrennen - heiß!

Guten Appetit!





Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Parmesan-Cracker

Diesmal gibt es gleich zwei Rezepte in einem. Mit dem gleichen Basis-Teig kann man sowohl die Kräuter-Ausführung als auch die Variante mit Paprika backen. Ich teile den Teig immer in zwei Teile, mache dann mit einer Hälfte die Paprika-Variante (Paprika-Menge halbiert) und mit der anderen die Kräuterkekse.
Der Grundteig hat folgende Zutaten:
250 g Dinkelmehl 630 120 g Sauerrahmbutter, zimmerwarm 140 g Parmesan, fein gerieben oder in der Moulinette zerkleinert 120 g Sauere Sahne 1/2 TL Salz 1/4 TL feingemahlener weißer Pfeffer 1/4 TL Bockshornklee, gemahlen 1/4 TL Kurkuma
Aus diesen Zutaten einen Teig kneten, eine 3 cm dicke Rolle formen, in Küchenfolie einwickeln und mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank legen.
Für die Paprikavariante braucht man noch 100 g Mini-Paprika. Gemüsepaprika haben eine zu dicke Wand und die Kekse sind dann nicht haltbar, vielleicht bekommt man Roma- oder Spitzpaprika mit dünner Wand, dann kann man die auch nehmen. Jedenfalls muss man sie in Streifen schne…