Direkt zum Hauptbereich

Spargelquiche


Wenn der erste Freiland-Spargel am Marktstand und im Hofladen erhältlich ist, dann verlangt das ein ganz besonderes Rezept. Ein Gericht, das den Spargel feiert. Spargelquiche hatte ich schon einige Rezepte gesehen, nur waren diese alle relativ dezent und mit einer ganzen Rundform voll Quiche. Erfahrungsgemäß ist das mit erheblichem Bruchrisiko beim Servieren verbunden. Ich verwende da lieber die kleinen 16cm Pizzaformen, die jeweils eine Portion ergeben. Das Rezept ist für zwei solcher Bleche, damit für zwei Personen ausgelegt.



Angefangen wird mit dem Mürbeteig, der Vorbereitungszeit braucht und dann auch noch im Blech vorgebacken wird, bevor die Füllung dazu kommt. Deshalb kann man, wenn man mehr Gäste hat, die Schritte bis zum fertig vorgebackenen Mürbeteig auch am Vortag erledigen, und diesen dann am nächsten Tag in kleinen 16-18 cm Aluformen fertigbacken.

Zutaten für den Teig:
  • 140 g Dinkelmehl 630
  • 40 g Ghee, zimmerwarm
  • 40 g Kokosöl, zimmerwarm fest (ersatzweise geht auch Butter für Ghee und Kokosöl)
  • 50 g geriebener Manchego (ersatzweise alter Gouda oder Parmesan)
  • 1 mittleres Ei
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Bockshornklee
Alle Zutaten gut verkeneten, aufpassen dass keine Ghee-Klumpen mehr drin sind. Falls doch, diese zwischen den Fingern zerdrücken und mit der Masse verkneten. Das Kneten geht besser mit den Händen, weil Mürbeteig dadurch immer weicher wird und die Zutaten sich besser vermischen.

Den Teig 15-20 Minuten im Kühlschrank wieder fester werden lassen. Bei Butter braucht das mindestens 30 Minuten. In dieser Zeit den Ofen auf 200°C vorheizen.

Den Mürbeteig in die Backbleche (16 cm Pizzaformen) drücken und mit dem kleinen Pizza-Teigroller verteilen. 


Den Boden mit der Gabel 4-5 mal einstechen. Im Backofen bei 200°C ungefähr 20 Minuten backen. Herausnehmen und mindestens 5 Minuten abkühlen lassen.



In der Zwischenzeit kann man die Füllung vorbereiten. Dazu braucht man
  • 7-8 nicht zu dünne Stangen grünen Spargel
die man im offenen Topf in etwas Wasser mit Zucker und einer Scheibe Zitrone blanchiert. Hat man Stangen unterschiedlicher Dicke gibt man die dickeren eine Minute vor den dünneren ins Wasser und kocht ingesamt 7-8 Minuten bis sie angegart sind. Da sie anschließend nochmal im Ofen mitgaren dürfen sie nicht zu weich werden. Wer Spargel auch einfriert, genau denselben Gargrad auch hier anstreben.

Die Spargel nach dem Garen kurz in kaltes Wasser geben, dann halten sie die grüne Farbe besser.




Für den flüssigen Teil des Belags braucht man

  • 1/2 Becher (75 g) Schmand
  • 1/4 Packung (40 g) Frischkäse
  • 1 Bund grüne Kräuter (50-60 g)
    Liebstöckel, Sauerampfer, Bärlauch, Zitronenmelisse, Zwiebellauch
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 großes Ei
    (wenn man nur mittlere Eier hat, nimmt man zwei, schlägt sie auf und verteilt die Menge 1/3 zu 2/3 auf Teig und Belag)
  • 1/4 TL Salz
  • 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Alles außer dem Schmand und Frischkäse zusammen pürieren (Moulinette, Blender, Pürierstab), dann mit Schmand und dem Frischkäse in der Schüssel luftig aufschlagen.


Die Mürbeteigformen mit halbierten Spargel-Stangen auslegen, 7-8 Hälften pro Form, und mit dem flüssigen Belag soweit auffüllen, dass die Stangen noch etwas herausschauen.


Die Formen weitere 20 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 200′C fertig backen.

Dann die fertigen Spargelquiches mithilfe eines zusätzlichen Tellers aus der Form stürzen und zum Servieren auf den Teller wenden. Dabei mit einem Stielspatel oder anderem flachen schmalen Kochbesteck abstützen, damit der Boden nicht bricht. Flott und beherzt wenden ist besser als langsam und zaghaft. Aber nicht so schnell und heftig, dass die Quiche durch die Küche fliegt ;-) sondern sauber auf dem Teller landet.



Und jetzt kann man sie, währenddem die Quiche etwas abkühlt, mit Salat garnieren.

  • 100 g Feldsalat
  • 3 EL Granatapfelsaft
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 MSp Dijon Senf
Salat und Dressing kann man während der Backzeit vorbereiten, dann geht das Garnieren zügig und die Quiches werden nicht zu kalt.



Im Anschnitt sieht man, dass etwas dickere Spargelstangen notwendig sind, sonst wird der Belag zu flach oder man sieht sie nicht mehr. Der fertig gebackene Mürbeteig hat in etwa die doppelte Dicke des rohen Teigs.


Guten Appetit!



Beliebte Posts aus diesem Blog

Bleigießen - Orakel und Symboldeutung

Das Bleigießen ist ein jahrtausendealtes Ritual zum Wahrsagen. Es sollte Warnungen und Hilfen geben in Zeiten des Wandels. Wurde es bis zum ersten Weltkrieg gerne vor Verlobungen, vor der Emigration oder anderen Lebensentscheidungen benutzt, so ist es heute hauptsächlich ein Partyspaß an Silvester, um einen Blick aufs kommende Jahr zu werfen.

Bis ins 19. Jahrhundert war es ein billiges Wahrsageritual, gegen das die christliche Kirche keine großen Vorbehalte hatte. Das Bleigießen war preiswert, das benötigte Material fand sich früher in jedem Haushalt. Heute würde man kein Blei mehr im Haus finden und auch die fertigen Sets zum Bleigießen enthalten kein Blei mehr. Es sind meist unbedenklichere und trotzdem leicht schmelzbare Metalle wie Zinn-Legierungen.
Was brauchst Du dafür?
"Bleifiguren" - aus Gesundheitsgründen bestehen sie heute aus Zinnlegierungen
(deshalb, kein richtiges Blei verwenden, falls man noch Abfallstücke herumliegen hat - giftig!)hitzebeständiger Metall-Löffel,…

Schmand-Borschtsch vom Schwarzen Meer

Schmand-Borschtsch war das erste typische Schwarz-Meer-Rezept, das ich bei meiner Frau und ihrer Verwandschaft kennen lernte. Ein Gericht, das die Küchen Rumäniens, Russlands und der schwäbischen Herkunft der Siedler vereinte.

Aber der Borschtsch wäre nicht mehr das, was es früher einmal gewesen wäre, klagten die älteren Familienmitglieder. Das Fleisch wäre nicht mehr so, man bekäme nicht mehr die gleichen Knochen und die Rinder würden zu jung geschlachtet. Die Unterschiede und was man vermisst wurden genau beschrieben. Für mich war das der Anlass nach den Ursachen zu suchen und ein angepasstes Rezept zu entwickeln.
Der Tipp mit dem Schlachtalter und den Knochen war ein erster wesentlicher Schritt. Wurde historisch die Hochrippe mit Fleisch und Knochen verwendet, die beim älteren Rind eine ganz andere Struktur und Faserigkeit zeigt, so findet sich ein vergleichbares Fleisch heute bei Rindfleisch mit 12-20 Monaten Schlachtalter eher in der Wade. Selbst Freilandtiere aus Bio-Haltung ha…

Parmesan-Cracker

Diesmal gibt es gleich zwei Rezepte in einem. Mit dem gleichen Basis-Teig kann man sowohl die Kräuter-Ausführung als auch die Variante mit Paprika backen. Ich teile den Teig immer in zwei Teile, mache dann mit einer Hälfte die Paprika-Variante (Paprika-Menge halbiert) und mit der anderen die Kräuterkekse.
Der Grundteig hat folgende Zutaten:
250 g Dinkelmehl 630 120 g Sauerrahmbutter, zimmerwarm 140 g Parmesan, fein gerieben oder in der Moulinette zerkleinert 120 g Sauere Sahne 1/2 TL Salz 1/4 TL feingemahlener weißer Pfeffer 1/4 TL Bockshornklee, gemahlen 1/4 TL Kurkuma
Aus diesen Zutaten einen Teig kneten, eine 3 cm dicke Rolle formen, in Küchenfolie einwickeln und mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank legen.
Für die Paprikavariante braucht man noch 100 g Mini-Paprika. Gemüsepaprika haben eine zu dicke Wand und die Kekse sind dann nicht haltbar, vielleicht bekommt man Roma- oder Spitzpaprika mit dünner Wand, dann kann man die auch nehmen. Jedenfalls muss man sie in Streifen schne…