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Flammkuchen mit Lauch


Ein traditionelles Gericht im oberrheinischen Graben ist der Flammenkuchen. Entweder stilgerecht im Holzofen, auf dem Pizzastein oder mit starker Unterhitze gebacken ist er ein leckeres Gericht in der kalten Jahreszeit. Entweder im Herbst zum neuen Wein oder Most, aber auch übers Jahr ist es ein leckeres Gericht.

Jetzt, wenn auf den Äckern in der Pfalz der Lauch erntereif ist und frisch auf den Küchentisch kommt, ist es Zeit für die Variante mit Lauch.

Wer einen speziellen Ofen oder auch nur einen Pizzaofen hat, kann den nach Anleitung auf maximale Temperatur bringen. Wer einen konventionellen Backofen hat, der sollte ihn ebenfalls auf Maximum stellen und mit maximaler Unterhitze kombinieren. Ich habe 275°C Umluft im Pizzaprogramm mir Unterhitze gewählt.

Zutaten für vier Flammenkuchen (Pizzadurchmesser):
  • 250 g Dinkelmehl 630
  • 1/2 TL Salz
  • 100 + 50 ml lauwarmes Wasser
  • 3 EL Olivenöl
Das Mehl, Salz, die 100 ml Wasser und das Öl in die Knetschüssel geben und mit dem oder den Rührhaken kneten. Der Teig zerfällt wahrscheinlich noch zu Krümeln, da er noch reichlich trocken sein sollte. Während des Knetens ganz langsam und mit Pausen das restliche Wasser zugeben bis sich der Teig zu einem Klos zusammenfügt. Dann kein weiteres Wasser zugeben und noch weitere 10 Minuten kräftig kneten.

Dann abgedeckt für 2 Stunden in den Kühlschrank. Der Teig hat anschließend eine gummiartige Konsistenz. Zerteilt in vier gleiche Teile befeuchtet man die Stücke mit hitzefestem Bratöl/Bratolivenöl und wellt ihn sehr dünn aus. Er sollte so dünn auszurollen sein, dass Licht durchscheint. Wie einer dieser grauen Kartons an Notizblöcken oder Zeichenblöcken. Er sollte sich sogar mit den Händen ziehen lassen ohne zu reißen.

Ich lege die Teigblätter auf Backpapier als Trennschicht und auch um sie mit diesem dann aufs heiße Blech zu legen, das ich mit dem Ofen vorheize. So verliert man am wenigsten Hitze und da die Flammkuchen kross und knusprig backen, lassen sie sich später auch problemfrei mit dem Backpapier aus dem Ofen heben.

Und nun zum Belag:
  • mittlere Stange Lauch, gut gesäubert und in Ringe geschnitten, ca. 400 g
  • 200 g Schinkenwürfel, Hirschschinken wie auf den Fotos oder auch Entenbrust, oder die üblichen Speckstreifen
  • Mischung aus einem Becher Schmand und einem Becher Frischkäsecreme, wer mag nimmt wegen des intensiveren Geschmacks Ziegenfrischkäse, gut durchrühren
Und wie gesagt, statt Lauch kann man auch Zwiebeln nehmen, diese aber ebenfalls in breite Streifen schneiden. Zu dünne Zwiebel- und Lauchstreifen verbrennen schnell und machen den Zwiebelkuchen bitter.

Käsecreme Messerrücken-dick auftragen, mit dem Schinken und dem Lauch bestreuen. Keine Angst vor zuviel Lauch, der schrumpft beim Backen kräftig zusammen.

Backdauer? Ganz kurz, man muss zugucken, deshalb auch die Teigfladen eine Stunde vorher vorbereiten, auf Backpapierbögen antrocknen lassen und vor dem Backbeginn belegen, damit man Ruhe hat zuzugucken und auch noch mit den Mitessern zusammen sein kann. Fertig ist der Flammkuchen, wenn sich die Teigränder gebräunt haben, der Schinken Fett schwitzt und der Lauch oder die Zwiebeln dunkle Ränder bekommen.

Beim ersten Flammkuchen auf die Uhr schauen, dann weiß man, wie lange ein Durchgang dauert und kann den zweiten unbeaufsichtigt backen lassen.


Guten Appetit!




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